Kuehe bleiben heilig -9/10 bleiben Vegetarier

Braune Wolke ueber Indien – Indien von Klimawandel besonders betroffen, besonders Arme – Luft `sehr ungesund` – Kinder im Muell vor der oesterr. Botschaft – Aber vieles besser als vor 10 Jahren – 9/10 bleiben VegetarierInnen

Sind an der schoenen oesterreichischen Botschaft vorbeigefahren: Ein schoenes Gebaeude. Vor der Botschaft durchsuchen Kinder den Muell. Wie im Himalaya ist Muell auch hier allenthalben. Aber es gibt durch die Armut auch interessante Wege zum Recycling (wenn das auch zynisch klingen mag).

Was von Anfang an durchgaengig auffaellt, ist die besondere Staubbelastung. Dies haengt einerseits einfach damit zusammen, dass es seit Monaten nicht geregnet hat, und alles `staubtrocken` ist, wie das im Winter hier ueblich ist. Und natuerlich mit der Umweltbelastung. Ein anerkanntes indisches Umweltinstitut (CSE) weist auf der homepage cse.india.og die Tagesluftwerte aus: Zusammenfassend: `very unhealthy`. – Die geringe Sicht erinnert mich an Shanghai. Aber habe bisher den Eindruck, dass das eher kaum irgendwem ernsthaft interessiert.

Habe aber noch zu Hause gelesen, dass nach der neuesten Veroeffentlichung der indischen Akademie der Wissenschaften nachgewiesen wurde, dass durch permanente `braune Wolken` ueber Indien aus diversem Russ und Staub die Reisertraege in 15 Jahren um 14 % geringer wurden, als moeglich gewesen waere; wegen groesserer Trockenheit und Erwaermung sozusagen vor allem durch mehr Verwendung von Treib- und Brennstoffen (Reis ist das wichtigste Nahrungsmittel.)

Was aber noch viel schlimmer ist und nicht durch den zunehmenden Energieverbrauch in Indien selber verursacht wird, ist die allgemeine Klimaerwaermung. Hier werden fuer die indische Landwirtschaft besonders negative Folgen vorhergesagt. Was dies in einem sehr dicht besiedelten grossen Land bedeutet, wo noch dazu 65 % auf dem Land und 58 % von der Landwirtschaft leben, ist auszumalen, aber es ist eher gespenstisch.

Zum bisherigen 2 Ergaenzungen; Einerseits: Delhi, von dem ich am meisten gesehen habe, gehoert zu den Regionen, wo der Armutsanteil mit statistisch 8 % (1 $/Tag) weit unter dem durchschnittlichen Anteil liegt (30 %).

2. Mein Freund sieht das alles etwas anders. Er sieht die Entwicklung, seit 15 Jahren habe sich sehr viel zum Besseren geaendert, und die Armut ist deutlich geringer geworden.

Wieder ein positiver Schluss: In Indien sind grob 9 Zehntel, also fast eine Milliarde VegetarierInnen. Das ist deswegen positiv, weil eine Ernaehrung mit Fleisch in etwa um das doppelte an Boden (Futter fuer Tiere) brauchen wuerde, und dies einfach hier alles ueberfordern wuerde. Das ist ja auch der tiefere Hintergrund dafuer, warum Kuehe heilig sind, auf Autobahnen herumgehen (im uebrigen aber sehr wohl gemolken werden).

Und das noch Erfreulichere: Das aendert sich auch nicht und die Leute haben offenbar kein Beduerfnis danach – im Gegensatz zu China, wo der steigende Fleischkonsum enorme Probleme verursacht, etwa durch Ueberweidung, und dadurch bewirkte Wuestenbildung und Sandstuerme.

Das Essen, ebenfalls fuer mich was Neues, ist inzwischen schon normal geworden, und wirklich gut. Die Schaerfe macht mir nichts. – In der Gasse, wo ich wohne, fahren hochgerechnet pro Tag um die 50 Gemuese- und Obsthaendler bzw. Bauern durch und preisen ihre Waren laut an.

Uebrigens die InderInnen haben am 25.12. auch frei, wegen Weihnachten: Sie feiern naemlich sozusagen alle wesentliche Feiertage der diversen Religionen durch freie Tage.