Großer Erfolg: Erstmals wird Handymast in Purkersdorf abgebaut

Großer Erfolg für Bürgerinitiative Mobilfunk: Erstmals wird ein Handymast in Purkersdorf abgebaut – Dadurch wird ein mögliches Risiko für hunderte Menschen in der Hildgasse und in den Bauten am Hang der Wintergasse wesentlich herabgesetzt – Die Bedeutung dieses Schrittes ist auch daran zu sehen, dass bisher in ganz Niederösterreich seit dem sog. „Mobilfunkpakt“ insgesamt erst 2 Masten abgebaut wurden.

Großer Erfolg für Bürgerinitiative Mobilfunk: Erstmals wird ein Handymast in Purkersdorf abgebaut

Die Vorgeschichte in Kurzform:

§ Unter der Ära Bürgermeisterin Eripek und Baustadtrat Bonifazi wird von der Wien-Süd vor etwa 10 Jahren heimlich still und leise in der Wintergasse 4-6/Stiege 8 gegen Missfallensäußerungen von Bürgerinnen und Bürger ein Mobilfunkmast am Dach einer Wohnanlage errichtet.

§ In den „Purkersdorfer Informationen“ der „Liste Baum und Grüne“ weise ich immer wieder darauf hin, dass dieser Standort mitten im dichtestverbauten Gebiet von Purkersdorf vom Gesichtspunkt der Risikovorsorge nicht günstig ist.

§ Baustadtrat Weinzinger verlängert 2006 quasi den Vertrag zwischen dem Handybetreiber, Wien-Süd und Gemeinde. Seine problematische Doppelfunktion als Baustadtrat und Wien-Süd-Vertreter in Purkersdorf wird dabei offenbar. – In Wien selbst lässt Wien-Süd keine Handymasten auf ihren Wohngebäuden mehr zu.

§ Die Verlegung des Mast in der Wintergasse 4-6 ist für die Bürgerinitiative Mobilfunk Purkersdorf ein Hauptanliegen, wobei sich Frau Daniela Welzl besonders engagiert.

§ Bürgermeister Mag. Schlögl ignoriert die ganze Zeit die Bedenken, zuletzt stimmt er jedoch meiner Forderung auf Messungen in der Hildgasse im Forum Mobilfunk dankenswerterweise zu, das unter Leitung von Stadträtin Marga Schmidl tagt.

§ Im Dezember 2006 werden von der Betreibergesellschaft in einer Wohnung in der Hildgasse, die dem Mast sozusagen gegenüber liegt, Werte gemessen, die weit über dem Hundertfachen über den Werten liegen, die sonst in Purkersdorf gemessen wurden.

§ Am 9.1.07 teilt der Betreiber die Bereitschaft mit den Mast abzubauen (die Kosten würden für die Gesellschaft eine Größenordnung von 40 000 ? erreichen) und schlägt dazu eine gemeinsame Presseerklärung vor (siehe dazu unten).

§ Dadurch wird ein mögliches Risiko für hunderte Menschen in der Hildgasse und in den Bauten am Hang der Wintergasse wesentlich herabgesetz.

§ Die Bedeutung dieses Schrittes ist auch daran zu sehen, dass bisher in ganz Niederösterreich seit dem sog. „Mobilfunkpakt“ insgesamt erst 2 Masten abgebaut wurden.
Josef Baum

Pressemitteilung über positives Ergebnis beim runden Tisch zum Mobilfunk in Purkersdorf

1. Mitteilung von One
Verbesserung der Mobilfunkversorgung in Purkersdorf:
Beim dritten Runden Tisch in Purkersdorf konnten wesentliche Fortschritte für alle Beteiligten erzielt werden:
Durch den Ankauf eines Telering-Standortes hat ONE die Möglichkeit, den derzeitigen Standort in der Wintergasse auf den zentraler gelegenen Standort im Kirchturm zu versetzen.
Durch diese Verlegung ergeben sich mehrere Vorteile: Einerseits reduzieren wir die Anzahl der Standorte und damit auch die Immissionen im Bereich der Wintergasse. Andererseits verbessern wir die Versorgung.
Grundsätzlich sind alle Mobilfunkbetreiber bestrebt, in Purkersdorf trotz schwieriger Topografie Mobilfunknetze für die optimale Versorgung der Bevölkerung auszubauen und dies mit möglichst geringer Sendeleistung. Diese ist natürlich nur unter entsprechenden technischen und wirtschaftlichen Voraussetzungen möglich.

2. Stellungnahme der Bürgerinitiative Mobilfunk Purkersdorf
Dr. Baum Josef von der Bürgerinitiative Mobilfunk begrüßt Mastabbau in der Wintergasse
Der Mast-Standort Wintergasse 4-6/Stiege 8 im dichtverbauten Gebiet war seit langem diskutiert. One war nach Diskussionen am runden Tisch bereit Messungen durchzuführen. Nach Vorliegen des letzten Messergebnisses bezüglich des angrenzenden großen Wohnobjekts Hildgasse machte One das Angebot diesen Standort zu verlegen. Dies ist aus Sicht der Minimierung der potentiellen Risken eine zweckmäßigere Lösung und wird daher von der Bürgerinitiative begrüßt.
Auch der beigezogene anerkannte Umweltmediziner Dr. Hutter bestätigt die Zweckmäßigkeit der Lösung: Dadurch werde sich auch bezüglich der Immission im Bereich der AHS keine Verschlechterung ergeben, Anrainer unterhalb des Kirchturms seien auf Grund der physikalischen Gegebenheiten nicht betroffen, und es gibt nicht die bedenkliche Situation wie in der Wintergasse, wo horizontal in den Hang (etwa in die großen Wohnbauten Hildgasse 2-8 und Wintergasse 33) gestrahlt wird

2 Kommentare zu „Großer Erfolg: Erstmals wird Handymast in Purkersdorf abgebaut

  1. Gratulation.
    Ein Mastabbau ist tatsächlich ein unerwarteter Fortschritt.
    War dieser ERfolg möglich
    + wegen des Mobilfunkpaktes oder
    + trotz des Mobilfunkpaktes?

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  2. Diese Frage ist nicht leicht eindeutig zu beantworten. Faktum ist einerseits, dass uns der Pakt in der Information beschränkt: so wollte die Mobilfunkbetreibergewsellschaft nicht, dass wir den zuletzt gemessenen hohen Wert veröffentlichen (habe mich daran auch in meiner Mitteilung gehalten – wie sie gesehen haben, da mir das akzeptabel erschien, wenn eh abgebaut wird). Andererseits hätte es vom Land wahrscheinlich ohne Mobilfunkpakt keinen – wirklich kompententen und engagierten – Moderator für den runden Tisch gegeben. Und möglicherweise will die Mobilfunkbetreibergewsellschaft auch dem Landeshauptmann (zumindest symbolisch) entgegenkommen und den Abbau eines Mastes vorweisen. Jedenfalls hat der Pakt insgesamt nicht geschadet und möglicherweise in diesem Fall eher genützt.

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