Ein Orkan als Aperitif kommender „Extremwetterereignisse“

Stürme, Hochwasser, Hitze, Dürre und andere „Extremwetterereignisse“ – Nicht Nostradamus-Nachfolger, sondern die Finanzwelt warnt – Der Stern-Report: Für Blair das wichtigste Dokument seiner Amtszeit – Das dunkelste Kapitel in der Geschichte des Kapitalismus – Energieverbrauch pro Kopf muss auf mindestens ein Fünftel vermindert werden

Stürme, Hochwasser, Hitze, Dürre, „Extremwetterereignisse“

nehmen zu und werden in den nächsten Jahrzehtnten sogar noch bedeutend zunehmen. Das sagen seriöse Wissenschaftler seit 20 Jahren: seit etwa 8 Jahren sagen sie nicht mehr „wahrscheinlich“, es wird auch nicht nicht einmal mehr von den Vertretern der US-Regierung bestritten. Das einzige, was sozusagen offen ist, ist die Geschwindigkeit und das Ausmaß der Entwicklung. Seit ein, zwei Jahren gibt es nun deutliche Hinweise, dass sich dieser Prozess derzeit leider noch beschleunigt.

Nicht ein einzelner Orkan, nicht der kalte Winter voriges Jahr, nicht der warme Winter heuer beweisen das, sondern die Zunahme von solchen „Extremereignissen“ in Summe. Was wir derzeit erleben, ist nach allen Forschungsergebenissen nur ein kleiner Aperitif von dem, was in den nächsten Jahrzehnten bevorsteht.

Im folgenden ein Hinweis auf den Sternreport, der in Kreisen von ökologischen und fortschrittlichen Wissenschaftlern durchaus als zu vorsichtig gilt und auch andere Schwächen hat, aber erstmals haben „unverdächtige“ Leute aus dem Herz der Finanzwelt Klartext gesprochen

Siehe: Sternreport

Wer sich nur einen Überblick über die hunderte Seiten verschaffen will, in der akribische die wichtigen Fakten aneinandergefügt werden:

Nicht Nostradamus‘ Nachfolger, sondern die Finanzwelt warnt

Stellen Sie sich vor: ein Finanzminister veröffentlicht nicht Selbstlob und Jugendfotos, sondern auf seiner Homepage eine Studie zu unserer konkreten Betroffenheit durch den Klimawandel und zu den notwendigen Maßnahmen. Und unserer Regierung ignoriert nicht das wichtigste Problem, sagt ohne Umschweife, dass ungeahnte Katastrophen nur durch weitestgehende Maßnahmen abzuwenden sind.
In Österreich derzeit schwer vorstellbar. In England kürzlich geschehen. Der „Stern-Bericht“ vom 31. Oktober 2006 besagt ohne Umschweife: Sofortige Maßnahmen können unvorstellbares Wirtschaftschaos abwenden. Die globale Klimaerwärmung unter Kontrolle zu halten, verursacht weit geringere Kosten für die Weltwirtschaft, als die Schäden im Nachhinein zu beheben.

Für Blair das wichtigste Dokument seiner Amtszeit

Blair beschrieb den Bericht als „wichtigstes Dokument für die Zukunft, das ihm in seiner zehnjährigen Amtszeit vorgelegt“ worden sei. Er betonte, dass die Schlussfolgerungen Sterns die Welt endgültig davon überzeugen müssten, Maßnahmen zur Reduzierung der Klimaerwärmung einzuleiten.

Die vorgelegten dramatischen Zahlen stammen nicht von Nostradamus‘ Nachfolgern, sie könnten von der gerade stattgefunden großen Klimakonferenz der UNO in Nairobi (mit äußerst interessanten Unterlagen) kommen, die kommen direkt aus dem Herz der Finanzwelt, aus einem Bericht im Auftrag der englischen Regierung und im Auftrag der Europäischen Kommission. Der frühere Chefökonom der Weltbank, Sir Nicholas Stern, wurde letztes Jahr beauftragt, diesen Bericht mit einer Schar von Experten über die Kosten des Klimawandels zu leiten. Die Bush-Regierung tat dies prompt als Einzelmeinung ab, obwohl es viele Fachleute gibt, die den Stern Bericht noch für zu vorsichtig halten.

Dürren, Überschwemmungen, Stürme, Krankheiten

Wir sind in eine Periode extremer Wetterereignisse eingetreten: Die Anzahl der von Wetter- und Klimaextremen ausgelösten Katastrophen in Europa hat sich in den 90er-Jahren im Durchschnitt verdoppelt. So hat die Hitzewelle des Sommers 2003 über 35.000 Todesopfer, wohlgemerkt in Europa, gefordert. Leider deutet derzeit alles darauf hin, dass sich das nun sehr beunruhigend beschleunigt. Das ist aber nichts dagegen, was für die Zukunft nüchtern prognostiziert wird.
Dürren, Überschwemmungen, Stürme, Krankheiten wie Malaria in Entwicklungsländern werden jedenfalls um ein Vielfaches zunehmen. Jetzt geht nur mehr darum, das alles einzubremsen. Verhindern kann man es nicht mehr.

Die aufrüttelnde der Sternstudie und ihre Kernaussagen:

Das dunkelste Kapitel in der Geschichte des Kapitalismus

Alle Staaten und Menschen der Welt werden wesentlich betroffen sein, die Ärmsten am meisten. Ohne tiefgreifende Maßnahmen wird der laufende Schaden in Zukunft zwischen 5-20 % des Volkseinkommens sein. Die einschneidende Klimaveränderung kann nicht mehr verhindert, aber doch wesentlich abgeschwächt werden. Wir können schlimmste Auswirkungen der Klimakatastrophe noch vermeiden, wenn wir sofort handeln. Wenn wir ab sofort 1 % der Wirtschaftleistung in Maßnahmen zur Energieeffizienzsteigerung und für den Umstieg in erneuerbare Energien widmen, kann der Schaden erträglich gehalten werden. Der Klimawandel ist das „größte Marktversagen der Weltgeschichte“ (soll heißen: das dunkelste Kapitel in der Geschichte des Kapitalismus)

Konsequenz: Warum geht es bei den notwendigen Maßnahmen im Kern:

Energieverbrauch pro Kopf muss auf mindestens ein Fünftel vermindert werden

Im Kern muss der Energieverbrauch pro Kopf innerhalb von etwa 20 Jahren auf mindestens ein Fünftel, wahrscheinlich auf ein Zehntel verringert werden. Das geht vor allem durch mehr Energie-Effizienz im Verkehr und bei der Wärme. Praktisch das ganze Leben muss in diesem Sinne umgestellt werden. Eine wichtige Schiene dabei ist Attraktivierung des öffentlichen Verkehrs und auch der Umstieg auf Öffis.

Österreich ist leider trotz guter Ausgangsbedingungen bei Maßnahmen fast europäisches Schlusslicht geworden: So liegt der prozentuelle Anstieg der für die Klima-Veränderungen so wichtigen Kohlendioxid-Abgase in Österreich bereits über jenem des Kyoto-Verweigerers und Oberklimasünders USA.


Abschließend zum Stand in Österreich:

GLOBAL 2000 Mi, 17.J än 2007
BM Pröll macht Österreich zum Klimaschutz-Schlusslicht

Klimaschutz-Werten – Mahnaktion vor dem Landwirtschaftsministerium

Die Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 kritisiert
anlässlich der heutigen Präsentation der Emissionsbilanz 2005 die
Klima-Politik von Bundesminister Josef Pröll und fordert eine
radikale Trendwende. Angesichts der weiteren Steigerung der
Treibhausgasemissionen auf nun 93,2 Millionen Tonnen pro Jahr ortet
GLOBAL 2000 ein völliges Versagen von Bundesminister Pröll beim
Klimaschutz. „Durch Prölls Politikversäumnisse ist Österreich zum
Klimaschutz-Schlusslicht geworden. Offensichtlich ist für Minister
Pröll globale Verantwortung ein Fremdwort, obwohl für viele Menschen
der Klimawandel zur tödlichen Bedrohung geworden ist. BM Pröll ist
anscheinend nicht in der Lage, wirksamen Klimaschutz in der Regierung
durchzusetzen. Wir befürchten für die kommende Legislaturperiode eine
ähnlich verantwortungslose und wirkungslose Klima-Politik wie in der
abgelaufenen Periode“, so GLOBAL 2000 Pressesprecher Andreas Baur.

„Statt einen Schritt hin zum Klimaschutz, hat Österreich einen
weiteren Schritt weg vom Kyotoziel gemacht“, kommentiert Baur die
Zahlen. Mittlerweile liegt Österreich 18,1 Prozent über den
Emissionswerten von 1990, das heißt Österreich ist defacto fast 30
Prozent entfernt vom Kyoto-Pfad. Statt die Treibhausgasemissionen in
20 Jahren um 13 Prozent zu reduzieren, muss Österreich jetzt
innerhalb von drei Jahren um 30 Prozent reduzieren. „Die Ausrede
Tanktourismus zieht nicht, da dieses Phänomen ein hausgemachtes ist.“
Vier Prozent Anstieg im Bereich Industrie gegenüber 2004 zeigt, dass
der derzeit praktizierte Emissionshandel keine wirksame
Klimaschutzmaßnahme ist. „Der leichte Rückgang der Emissionen 2004
und der starke Anstieg 2005 zeigen, dass BM Pröll keine Klimapolitik
macht, sondern nur auf warmes Wetter wartet“, so Baur.

Deshalb bringt GLOBAL 2000 als dringende Mahnung einen Lattenpegel
zur Hochwassermessung mit der Aufschrift „Stoppen wir die globale
Erwärmung, bevor uns das Wasser bis zum Hals steht“ am Eingang des
Lebensministeriums an. „Damit soll der Minister jeden Morgen daran
erinnert werden, dass die drohende Klimakatastrophe sofortige
Klimaschutz-Maßahmen erfordert“, so Baur.