Vor dem Ende der Ölzeit: Der Shell-Chef spricht Klartext

„Weil sie den Weg des geringsten Widerstandes wählen, schenken Politiker der Drosselung des Energieverbrauchs wenig Aufmerksamkeit – bis die Versorgung knapp wird. Ähnlich wie bei den Treibhausgasemissionen wird das Problem, abgesehen von einiger Rethorik, nicht wirklich ernsthaft adressiert bis größte schockierende Ereignisse das Handeln bestimmen“

Die Energiezukunft wie Shell sie sieht

Der Shell-Chef Jeroen van der Veer verschickte an über 100.000 Shell-Bedienstete am 22.01.2008 ein E-Mail -siehe Origninaltext:

http://www.klima-der-gerechtigkeit.de/die-energiezukunft-wie-shell-sie-sieht/  28.01.2008

mit folgenden Passagen:

„Unabhängig davon für welchen Weg wir uns entscheiden, die aktuellen weltweiten Zwänge schränken unseren Handlungsspielraum ein. Wir erleben einen sprunghaften Anstieg in den Zuwachsraten des Energiebedarfs, verursacht durch Bevölkerungswachstum und wirtschaftliche Entwicklung und Shell schätzt, dass nach 2015 die Versorgung mit leicht zugänglichem Öl der Nachfrage nicht mehr folgen wird können“

„Weil sie den Weg des geringsten Widerstandes wählen, schenken Politiker der Drosselung des Energieverbrauchs wenig Aufmerksamkeit – bis die Versorgung knapp wird. Ähnlich wie bei den Treibhausgasemissionen wird das Problem, abgesehen von einiger Rethorik, nicht wirklich ernsthaft adressiert bis größte schockierende Ereignisse das Handeln bestimmen. Weil Antworten zu diese ernsten Fragen überfällig sind, wird dies zu Preisausschlägen und erhöhter Volatilität führen.
Jeroen van der Veer, chief executive of Royal Dutch Shell
(deutsch aus : http://www.energiekrise.de/)

Jenseits zu diskutierender Details werden zwei sehr plausible Botschaften von einem „Unverdächtigen“ übermittelt: Ab 2015 wird voraussichtlich die Nachfrage nach Öl das Angebot weit übersteigen, d.h. aber nicht mehr und nicht weniger, als dass zugegeben wird, dass das Zeitalter des Öls insgesamt auf dem absteigenden Ast angelangt ist.

Aus dem Herz der Ölindustrie wird auch nun klarer gesehen, dass es früher oder später eine einschneidende Klimapolitik geben wird und es werden grundsätzlich zwei Wege gesehen:

Erstens ein „chaotischer“, mit massiven Erschütterungen des Sozialgefüges auf allen Ebenen, zweitens ein stärker geplanter Weg des Umstiegs. Die Einschätzung, dass erst nach katastrophenartigen Ereignissen eine ernsthafte Klimapolitik gemacht wird, ist leider nicht völlig unrealistisch. Insgesamt ist – abgesehen wie sinnvoll der Weg etwa mit der Kernenergie ist – dass Ganze unerfreulich, doch durchaus plausibler Klartext.

 – Ein umfassender Hintergrund dazu auf:
oder

insbesondere in einer Studie von Jörg Schindler, Ludwig-Bölkow-Systemtechnik GmbH, der kürzlich in Wien beim Ökosozialen Forum dazu einen Vortrag hielt:
C R U D E O I L: T H E S U P P L Y O U T L O O K
Report to the Energy Watch Group October 2007 EWG-Series No 3/2007