„Die riesigen Pläne der Mächtigen kommen am Ende zum Halt“ -Brecht

NÖ-SP-Obfrau Onodi eigentlich sympathisch – Wieso vergisst Gusi NÖ? – „Die Nacht hat zwölf Stunden, dann kommt schon der Tag“ (Brecht)- …so wie der Orkan einen LKW ins zentrale VP-Zeltgelände gewirbelt hat

Heute hat mir mein Landesvater einen persönlich Brief geschrieben, wonach es „Unruhen in den Nachbarländern“ gäbe (meint er Baiern?) und dass wir „klare Verhältnisse“ (wie mit den Pröll-Leuten im Innenministerium?) brauchen, und dass ich ihn direkt wählen kann; und auch auf einem Plakat sehe ich: „Gut, dass wir unseren Landeshauptmann direkt wählen können“. Diese offenbar bewusste Falschinformation ist offenbar typisch für vieles andere, was derzeit verbreitet wird – dazu hab ich schon gestern was geschrieben?

Muss auch gestehen, dass mir die NÖ-SP-Obfrau Onodi eigentlich sympathisch ist. Sie ist eine aufrechte Sozialdemokratin ohne Allüren, die sich ehrlich um soziale Anliegen bemüht. Sicher auch mit nicht viel Visionen. Dass Gusi sie so demonstrativ im Regen stehen lässt, plötzlich NÖ nicht mehr kennt, und keine Termine für NÖ verfügbar hat, ist eigentlich sehr unsolidarisches Verhalten.

Onodi kommt übrigens aus dem St. Pöltner Spital; und mehr als symbolisch ist, dass die VP-NÖ gerade dabei ist, dieses Spital wie auch andere auf „bewährte“ Weise ordentlich schwarz einzufärben, und so bald dort keine neuen Onodis dort mehr entstehen dürften.

Mich würd übrigens interessieren, was sich die NiederösterreichInnen wirklich denken, wenn in einigen Presseprodukten nun enthüllt wird, was weitgehend bekannt ist, dass nämlich das schwarze Parteibuch in NÖ nicht nur für Vorrückungen bei der Polizei hilfreich ist.

Aber auch die Allmacht der VP, das demonstrative Machtgehabe und auch das Anbiedern an die Macht von allen möglichen Seiten, kann und wird eher früher als später zu Ende gehen. Der letzte Sturm hat das große Festzelt bei St. Pölten für den grandiosen Abschluss demoliert und zwar unter anderem dadurch, dass der Orkan einen LKW (!) aufgehoben und 30 Meter in das Zeltgelände geblasen hat. Ja es gibt Sachen, die oft nicht für möglich gehalten würden, und trotzdem passieren sie, sogar unverhofft.

Am Grunde der Moldau wandern die Steine,
Es liegen drei Kaiser begraben in Prag.
Das Große bleibt groß nicht und klein nicht das Kleine.
Die Nacht hat zwölf Stunden, dann kommt schon der Tag.

Es wechseln die Zeiten. Die riesigen Pläne
Der Mächtigen kommen am Ende zum Halt.
Und gehn sie einher auch wie blutige Hähne
Es wechseln die Zeiten, da hilft kein‘ Gewalt“.

Das Lied von der Moldau (aus B.Brecht: „Schweijk im 2. Weltkrieg“)