Purkersdorf: Schrankenwärter wieder gesucht ?

Heitere Folgen einer verfehlten Standortentscheidung für den Kindergarten: Brücke, Tunnel, Unterführung und sogar ein neuer Schranken an der Westbahn; das sind ernsthafte Vorschläge unseres Bürgermeisters. Neues Geschäftsfeld „Beschränkungen“ für die Gemeindetochterfirma?

Nach der verfehlten Standortentscheidung, wonach der neue Kindergarten nicht zentral, sondern in die hintere Wintergasse kommt, sind in Zukunft zusätzlicher Verkehr, mehr Energieverbrauch und nicht zuletzt mehr Zeitaufwand für die Eltern absehbar. Doch es gibt auch daraus folgende originelle Ideen: so hat der Bürgermeister zunächst zur Anbindung des Kindergarten an die Wienerstraße eine neue Brücke ÜBER die Bahn vorgeschlagen. Da dann aber doch bekannt wurde, was eine solche Brücke kostet und was das für die Wintergasse bedeuten würde, wurde auch ein Tunnel und eine UNTERführung vorgeschlagen! Schließlich stellte der Bürgermeister zur besseren Anbindung auch einen beschränkten Bahnübergang für Kindergartenkinder auf der Höhe zwischen Purkersdorf Sanatorium und Unterpurkersdorf in den Raum.

Was kann der Hintergrund dafür sein? Soll Purkersdorf an sein früheres „Wahrzeichen“ – Schranken am Hauptplatz samt „Ratzenloch“ – anknüpfen, zumal die Bahn überall Schranken abbaut, und ein neuer Schranken in Österreich heute sicher was ganz einzigartiges würde? Handelt es sich um eine Nostalgieaktion zur Belebung des Tourismus? Braucht ein (Partei)Freund einen Job als Schrankenwärter, denn beim nahen Kindergarten ist das wohl notwendig, und ob des regen Bahnverkehrs müsste der Schranken auch laufend betätigt werden? Sind es Nachwirkungen der Vorliebe für Modelleisenbahnen? Steigt die WIPUR in ein neues Geschäftsfeld „Beschränkungen“ ein? Werden wir je erfahren, welche strategische Überlegungen hinter diesen kühnen Plänen stecken?

Allerdings sollte man auch mit Tunnels lieber nicht scherzen, denn flugs werden in Österreich solche dank starker Lobby auch gebaut.