Reispreisverdreifachung: Unverkennbare Zeichen an der Wand

Drei Milliarden Reisesserinnen sind mit einer Vervielfachung des Reispreises konfrontiert – ohne besondere Missernten. Was ist erst, wenn wirkliche Missernten eintreten? Und was ist, wenn die prognostizierten Effekte der Klimaveränderung schlagend werden?

Hab Anfang Februar hier schon ziemlich ausführlich über die sich abzeichnenden Hungerkrisen geschrieben.
http://baum.puon.at/blog/baum.php?itemid=60
Hungerkrisen in Entwicklungsländern am Horizont
http://baum.puon.at/blog/baum.php?itemid=57
http://baum.puon.at/blog/baum.php?itemid=58

Aber dass das jetzt schon so dick kommt, hatte ich dabei nicht geglaubt. JedeR, der eine quasi Verdreifachung des Reispreises in Asien seit Jahresbeginn oder eine Reisrationierung in Supermärkten der USA prognostiziert hätte, wäre wahrscheinlich nicht für voll genommen worden. Die Zusammenhänge zwischen Agrobusiness, Vergeudung in Industrieländer, rasche Entwicklung in Schwellenländer, absurde Agrarpolitik, neoliberaler Deregulierung (Auflösung von Vorratslager), enorm ungleiche Verteilung, Verstärkung durch Spekulationskapital, Einstieg in die Treibstoffproduktion aus Nahrungsmittel lagen und liegen auf der Hand. Die oft genannten Ernteausfälle in Australien zählen nur beschränkt, denn irgendwo auf der Welt gibt es immer Ernstausfälle.
Drei von über 6 Milliarden Menschen leben vor allem vom Reis. Eine Milliarde hat nur etwa 1 $ pro Tag, eine weitere starke Milliarde 1 bis 2 $. Das diese Preiserhöhungen bei Reis bei diesen sehr schwerwiegend sind, und buchstäblich weniger in die Mägen kommt, und vor allem Kinder leiden, liegt auf der Hand.

Was wäre, wenn es heuer nach der weltweit in etwa durchschnittlichen Ernte im Vorjahr wirkliche Missernten heuer gäbe?

Und noch viel beunruhigender, die Effekte der Klimaveränderung sind derzeit bezüglich Nahrungsmittel nur in Ansätzen zu beobachten. Was ist, wenn die seriösen Prognosen des Weltklimarates, die alle veröffentlicht sind, schrittweise Wirklichkeit werden?