RAFFEISEN: „Streikbrecher“ gegen deutsche Milchbauern

Österreischisches Agrarfinanzkapital fällt deutschen Bauern in Rücken – Molkerei lässt sich „Streikbrecher“-Dienste gegen deutsche Bauern vergolden – Von Raiffeisen zu RAFFEISEN.

Bekanntlich setzen derzeit in Österreich unabhängige Milchbauern Aktionen, damit sie weiter von der Erzeugung des wertvollen Grundnahrungsmittel Milch leben können. Von Deutschland ausgehend, hat dieser Kampf eine symbolische Bedeutung dafür, ob die Nahrungswertschöpfungskette immer stärker vom großen Kapital im Handel und in der Industrie dominiert wird.

Dass einzelne Milchbauern beim derzeitigen Lieferboykott der IG Milch nicht mitmachen, ist jedenfalls verständlich, weil einfach die Rücklagen für so einen Kampf oft gering sind.
Dafür dass der Bauernbund und die Landwirtschaftskammern sich nicht solidarisch dem Kampf ihrer deutschen KollegInnen anschließen, können eventuell auch Argumente gefunden werden (in Österreich haben wir noch einen höheren Abnehmerpreis im Vergleich zu Deutschland).

Aber dass das österreichische Agrarkapital bzw. das Agrarfinanzkapital den deutschen KollegInnen direkt in den Rücken fällt, ist sehr stark:
Habe gerade erfahren, dass vom NÖM- Betrieb Zwettl zur Zeit 30 LKW-Züge mit Milch nach Deutschland gehen, um dort die Anlieferung zu ersetzen. Sie haben als Butterproduzenten einiges auf Lager, und wollen die Milch jetzt mit höherem Profit verwerten. Angeblich wird dafür ein sehr guter Preis erzielt. No na! „Streikbrecher“ wurden schon immer belohnt. Oder wie war das mit Judas?
Vielleicht ist es ein Einzelfall, glaube aber eher, dass wahrscheinlich diverse Molkereien in der Hand des österreichischen Agrarkapitals bzw. des Agrarfinanzkapital, kurz Raiffeisen, hier ihre Stunde gekommen sehen. Ursprünglich als Selbsthilfeeinrichtung entstanden, hat hier leider der Mammon das Kommando, und das Miteigentum der Bauern ist nur mehr auf dem Papier: von Raiffeisen zu RAFFEISEN. Die Streikbrecher-Dienste sind jedenfalls direkt gegen die Interessen der Bauern gerichtet.

Wenn die Bauernpreise gedrückt werden, könnten zwar Konsumenten vordergründig profitieren. Doch die Milch wird derzeit wieder als Lockprodukt benutzt, um bei anderen Produkten verstärkt zu kassieren. Und: wenn die Preise für Bauern sinken, ist der Druck da, weiter in die industrielle Landwirtschaft zu gehen: mit noch mehr Chemie usw. Und das ist ist sicher nicht im Interesse der KonsumentInnen.