Glanzstoff-Aus ist fast so, wie wenn in Linz die Voest untergeht

Habe inzwischen Betriebsräte und Gewerkschaftler kontaktiert, die sind grundsätzlich sehr offen und aufgeschlossen. Allgemein herrscht aber Ratlosigkeit. Demgegenüber dürfte das Vorgehen der Kapitalseite generalstabsmäßig geplant sein.

Habe Vorschlag am kommenden Sonntag abend um 19 h eine Versammlung in St. Pölten dazu zu machen, und zwar im Bahnhofresti. In diesem Sinn bitte ich um Rückmeldung und Unterstützung…

Der Plan in St. Pölten Glanzstoff zu sperren, ist in etwa für die Landeshauptstadt und ihre Region fast so, wie wenn in Linz die Voest untergeht. Die Vorgehensweise ist schlicht skandalös. Es hängen nicht nur 320 Arbeitsplätze direkt daran, sondern wahrscheinlich nochmals doppelt so viel als Zulieferer und im Umfeld. Es hängen wirklich viele Existenzen in der Luft, am stärksten betroffen sind türkische Arbeiterfamilien, die seit Jahrzehnten im Betrieb arbeiten, und derzeit keine gute Chancen am Arbeitsmarkt haben.

Habe inzwischen Betriebsräte und Gewerkschaftler kontaktiert, die sind grundsätzlich sehr offen und aufgeschlossen. Allgemein herrscht aber Ratlosigkeit. Demgegenüber dürfte das Vorgehen der Kapitalseite generalstabsmäßig geplant sein.
Fakt ist, dass der Eigentümer Grupp diesen Betrieb ja de facto geschenkt bekommen hat, und allein die Grundstücke und Zinshäuser um das Werk mehr wert waren bzw sind. In den Medien wird zu Glanzstoff fast nur über Politikerschuldzuweisungen geschrieben, der Konzernboss ist gut vernetzt und die Anzeigen von „Prefa“(in derselben Holding) sind ja auch nicht zu verachten.

Mein Purkersdorfer Bekannter Manfred Bauer hat mit Koll Artmäuer, dem jetzigen Chemiearbeiter“chef“, und früheren Zentralsbetriebsrat bei Semperit ein Buch über Semperit herausgegeben. Ich glaube, dass sich derzeit derzeit in St.Pölten wiederholt, was Bauer und Artmäuer für Semperit (erlebt und) beschrieben haben, dass nämlich ein gut gehender Betrieb planmäßig abgeräumt und verlagert wird.

Meines Erachtens wäre das erste Ziel jetzt die Erhaltung des Standorts (und erst „zweitrangig“ Sozialpläne und Stiftungen). Und ich glaube, das noch Zeit ist dafür auch Aktionen zu setzen. Darüber sollten wir sprechen:
Habe Vorschlag am kommenden Sonntag abend um 19 h eine Versammlung in St. Pölten dazu zu machen, und zwar im Bahnhofresti

DAHER BITTE dazu Kommentare bzw FRAGE, ob Termin möglich ist, und wer da etwas machen kann.

In diesem spielt vieles wie im Bilderbuch: Ökofragen und Arbeitsplätze, Verhaberung von Kapital und Landespolitik?

Ich habe das Gefühl, dass hier eine Lage entstanden ist, wo die Linke wirklich die Chance hat, etwas ernsthaftes zu bewirken.
In diesem Sinn bitte ich um Rückmeldung und Unterstützung. – Ich würde morgen jedenfalls den Termin endgültig machen machen.

Ein Kommentar zu „Glanzstoff-Aus ist fast so, wie wenn in Linz die Voest untergeht

  1. Werde an der Versammlung teilnehmen.
    Apropos: Dieser Skandal um Glanzstoff erinnert in der Tat frappant an die Semperit-Conti-Affäre: Auch in diesem Fall wurde ein zuvor mit Steuergeld saniertes Unternehmen an einen Privaten (Conti AG-Hannover) verschenkt. Dieser Private hat Semperit sodann tranchiert, hat sich die fetten Stücke (Patente, Forschungs-Know How) selbst einverleibt und die Produktion (inkl. der Maschinen) ins tschechische Barum verlagert.
    Nachdem der Betrieb dermaßen vom Eigentümer Conti AG ab- und leergeräumt worden war, wurde der Standort Traiskirchen gleichsam aufgegeben. Mit der Konsequenz, dass hunderte Arbeitsplätze bei Semperit und noch viel mehr Arbeitsplätze bei Zulieferern sowie bei Betrieben im lokalen Umfeld (Umwegrentabilität/regionale Wertschöpfungskette)verloren gingen.
    Glanzstoff St. Pölten ist (bis jetzt) ein unappetitlicher Wiederholungsfall.
    Manfred Bauer

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