Glanzstoff-Beschäftigte nehmen Kampf um Arbeitspätz auf

Die gestrige Kundgebung in St.Pölten war ein guter Start für weitere Aktionen:
Kollege Band, der Feuerwehrkommandant in der Chemiefirma erklärte zunächst klar und bestimmt die Aktion, die von 6 Beschäftigten ausging.Trotz Regen und kurzfristigster Mobilisierung finden sich insgesamt an die 100 Beschäftigte beim Werktor ein. Nun werden Unterschriften gesammelt, und in einigen Wochen soll es einen Zug durch die Stadt geben.

Mehr und Genaueres zur Kundgebung und weiteren Aktionen demnächst

Im folgenden zunächst die heutige Presseerklärung der Betriebsseelsorge St.Pölten:

„Die Betriebsseelsorge St. Pölten ist sehr betroffen über die
Entscheidung der Firmenleitung der Fa. Glanzstoff, das Werk mit Ende des
Jahres zuzusperren. Damit würden hunderte Familien in eine große Notlage
geraten. Zugleich sind aber auch Zulieferbetriebe in der Umgebung
betroffen ebenso wie die Kaufkraft in St. Pölten. Da es in St.Pölten
kaum Arbeitsplätze für angelernte Industriearbeiter gibt, müßten die
meisten Beschäftigen auspendeln, auch dadurch entsteht ein Schaden für
St. Pölten.
Daher unterstützt die Betriebsseelsorge die neu entstandene ‚Plattform
zur Erhaltung der Glanzstoff‘ sowie die Betriebsräte bei ihren
Bemühungen, den Produktionsstandort St. Pölten doch noch zu retten.
Die (schon lange) notwendigen Umweltinvestitionen in der Firma können
unserer Meinung nach bei gutem Wollen sehr wohl getätigt werden, da
jahrelang von den Beschäftigten gute Gewinne für die Besitzer
erwirtschaftet wurden. Natürlich ist dabei auch die volle Unterstützung
durch Stadt, Land und Umweltministerium gefordert.
Den Politikern soll es nicht um wechselseitige Schuldzuweisungen gehen,
sondern darum, Alles mögliche zu tun, um den Standort zu halten, auch
durch entsprechenden Druck auf den Firmeninhaber, der sehr wohl das
nötige Kapital für die Investitionen hätte.
Uns geht es zuerst um die Erhaltung der Arbeitsplätze, erst wenn
wirklich nichts mehr möglich ist, um entsprechende soziale Abfederung
der Gekündigten und zuletzt um die ‚Verwertung des Firmenareals‘.
„Arbeit vor Kapital“, „der Mensch ist Mittelpunkt der Wirtschaft“ und
‚jeder kleine ArbeiterIn ist mehr wert als alles Gold der Erde“ sind
Grundsätze der kath.Soziallehre!“

Sepp Gruber
Betriebsseelsorge St. Pölten