Tierschutz, Klima, Geheimdienste: der Tierschützer-Justizskandal Teil 1

Über die unglaublichen Vorkommnisse mit den zu unrecht über 3 Monate eingesperrten Tierschützern ist schon viel geschrieben worden. Kurz gesagt ist durch die umstrittenen pauschalen Rechtsänderungen nach dem „11. September“- durch Schwarz-Blau – genau dem vorausgesagten Rechtsmissbrauch Vorschub geleistet worden: Nach jahrelangem gigantischen Überwachungsaufwand – 17 Personen wurden rund um die Uhr observiert, allein die Handyfirmen verrechneten zuletzt 100 000 ? für die Überwachung (nach Werkstatt für Frieden und Solidarität) liegen nach filmreifen Hausdurchsuchungen und Untersuchungshaft offenbar noch immer keine Beweise vor, dass es hier um eine „kriminelle Organisation“geht. Offenbar ging es um eventuell überzogene Tierschutz-Aktivitäten, auf die aber nochmals 10 Mal maßlos überzogen geantwortet wurde.

Hier soll es auch speziell über die offensichtlich langjährige Vorbereitung im Innenministerium, über die Zuständigkeit des Purkersdorfer Dr. Werner Pleischl und über die Zusammenhänge der weltweiten Entwicklung von Fleischkonsum und Klima gehen.

Ich finde die Aktionsformen mancher Tierschutzgruppen nicht immer für zweckmäßig, insbesondere finde ich bedenklich, dass sie nicht selten Normal-Beschäftigte etwa in Bekleidungsfirmen genauso, ja direkt und persönlich (oft aggressiv) für die Geschäftspraktiken verantwortlichen machen, ja eigentlich noch mehr wie die Eigentümer und Chefs, die sie meist nicht erreichen, und die die wirklichen Profiteure sind.

Ich habe als Kind das Schreien der Tiere bei den Hausschlachtungen am elterlichen Bauernhof nie ausgehalten und bin weggelaufen; aber ich glaube, dass Viehwirtschaft in erneuerter Form wie jetzt am Biobauernhof meines Bruders ok ist. Ich bin weder vegan noch Vegetarier, aber ich bemühe mich wenig(er) Fleisch zu essen; aber direkt gesagt, zunächst nicht wegen dem Tierschutz, sondern wegen Gesundheitsgründen und wegen der Klimapolitik. Die direkten Zusammenhänge der weltweiten Entwicklung von Fleischkonsum und Klima mögen zunächst manche verwundern. Vor allem die Rinder-„Produktion“ ist sehr CO2-intensiv. Und es ist einfach so, dass Fleisch ca. 5 bis 10 Mal soviel Ackerfläche benötigt als andere Nahrung. Und die Welt und vor allem das Klima die laufend zunehmende agroindustrielle Fleischproduktion einfach nicht aushält: Laut jüngsten FAO-Prognosen liegt der globale Trend so, dass sich der Fleischverbrauch bald verdoppeln würde.

Das Problem ist auch nicht das, dass nun auch die Neureichen in China mehr Fleisch statt Reis essen, sondern dass in den „reichen“ Ländern der Fleischanteil an der Nahrung zu hoch für Klima und auch die Gesundheit ist. Undvor allem die Intensivierung der Fleischproduktion in den Tierfabriken hat genau zur berechtigen Kritik an der Tierhaltung geführt. Die schlimmsten Auswirkungen davon ist die Urwaldrodung für Sojaproduktion.

Fortsetzung folgt