Unglaubliches Kuba trotzt Ike

Ich sah mir in den letzten Tagen einiges in internationalen Sendern zu den Wirbelstürmen in der Karibik an, in Cubavision, CNN, al Jazeera usw.: Wie Tag und Nacht ist ist der Unterschied in der Bewältigung der Katastrophe in Haiti und Kuba. Unglaublich, wie die KubanerInnen in der Lage sind die Ärmeren Leute zu schützen, während das Leben eines Armen in Haiti buchstäblich fast nichts wert ist.

Zu New Orleans derzeit und vor 3 Jahren hab ich schon geschrieben. Nachdem Präsident Bush vor drei Jahren den Urlaub während der Katastrophe bei „Katrina“ erst nach drei Tagen unterbrach, und dann mit der Airforce one eine Runde über dem Kastrophenort drehte und weiter nichts machte, mussten die Republikaner jetzt mehr machen, sonst wären sie bei den Wahlen schwer unten durch gewesen

 

In Haiti, einem der ärmsten Ländern der Welt, war zu sehen, wie die Armen unglaublich getroffen wurden, obwohl der Wirbelsturm das Land „nur“ streifte, jedenfalls mindestens über 600 Tote. Wobei allein die Zählung ja schwierig ist, weil Ärmere buchstäblich statistisch oft gar nicht erfasst sind.

Kuba hat sich von Gustav noch kaum erholt. Havanna wurde nun vom Auge des Organs direkt getroffen; es war eine der größten Katastrophen, die Kuba je erlebte. Das tagelange Wüten des Sturms mitten längs der Insel brachte riesige Zerstörungen, aber zumindest „nur“ einige wenige Tote. 1,2 Millionen Menschen waren evakuiert worden. Die Ernten sind weitgehend zerstört, die Versorgungslage dürfte kritisch werden. Aber ein Land, das trotz Armut so beeindruckend Kastrophen managen kann, wird auch das bewältigen. Ich bin mir nicht sicher ob auch in anderen Ländern in solchen Situationen die Solidarität dominiert, oder das Faustrecht ausbricht, wie einst in New Orleans.

Ich bin nicht unkritisch zu Kuba, aber dazu wird später einmal Zeit sein. Beeindruckend auch, dass die US-Sender wenig über diese Katastrophe in Kuba berichten, von den österreichischen Medien nicht zu reden. Warum wohl?

Wenn ein Land jedenfalls solche Herausforderungen bewältigt, hat es trotz zu erwartender Stürme aller art eine gute Zukunft.

Ein Kommentar zu „Unglaubliches Kuba trotzt Ike

  1. Hallo Josef!

    So weit ich weiß verfolgt Kuba eher den Ansatz des "community based disaster response", was bedeutet, dass die Bewohnerinnen und Bewohner viel Mitverantwortung an der Bewältigung einer Katastrophe tragen. Während z.B. in den USA die Bundesbehörde FEMA verantwortlich ist, die sich durch bürokratische Strukturen und Ineffizienz auszeichnet, wird z.B. in Kuba die Veranwortung u.a. in die Hand jedes/r Einzelnen gelegt.

    Auch bei uns herrscht der Irrglaube vor, dass die Einsatzorganisationen "eh´ helfen würden wenn was passiert". Bei Katastrophen von großflächigem und/oder langfristigem Ausmaß muss man sich primär selbst helfen. In Österreich wird das etwas vergessen, wer hat schon einen Notvorrat daheim?

    Dank unseres Freiwilligensystems, das gewissermaßen einen "community based response" zulässt, haben wir eine ziemlich gute Humanressource im Ernstfall zur Verfügung. Aber auch hier ist es so, dass wenn z.B. ein/e Feuerwerker/in persönlich von einem Hochwasser betroffen ist, diese Person primär nicht zum Dienst erscheinen wird.

    Ein sehr spannendes Thema! 😉

    Clemens

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