Viertelstundentakt bis Unterpurkersdorf: ein erster Schritt

Keine Frage, die nun verkündete Maßnahme eines Viertelstundentakts auf der Bahn von Wien bis Unterpurkersdorf zu den Hauptverkehrszeiten ist sinnvoll und entspricht unserem langjährigen Bemühen, aber es kann in dieser Form nur ein erster Schritt sein.

Ich hoffe zunächst (habe aber anderes gehört), dass die Taktzeiten regelmäßig, und somit auch leicht merkbar sind.
Leider ist in den letzten Jahren alles Mögliche im Mittelpunkt der Purkersdorfer Kommunalpolitik gewesen, aber sicher nicht eine vorausschauende Verkehrspolitik. Einzelmaßnahmen wie diese haben allein nur beschränkte Wirkung und sollten eingebettet sein in ein Gesamtkonzept.

Bis zur Inbetriebnahme des Wienerwald-Tunnels ist ein durchgängiger Takt bis Purkersdorf-Zentrum und weiter wegen der starken Frequenz auf der Trasse schwer möglich, da ab Unterpurkersdorf auswärts eben nur 2 Gleise verfügbar sind. Auch danach wird es nicht gerade leicht sein, da oft vergessen wird, dass die 2 Gleise dann Teil der 4-gleisigen Westbahn sind, auf die sehr viel Güterverkehr zu verlagern ist.
Das letzte Purkersdorfer Verkehrskonzept sah deshalb auch vor ein drittes Stichgleis bis Purkersdorf-Zentrum zu errichten. Dazu kam dann die Idee mit einem neuen Bahnhof, die noch bei den letzten Wahlen eine Rolle spielte. Sie wurde dann sang- und klanglos verworfen; leider damit auch die Frage der effektiven Taktanbindung des Purkersdorfer Zentrums

Was wäre zu tun:
Zu überlegen ist, wie die nun bessere Anbindung für Unterpurkersdorf auch für andere Stadtteile nutzbar gemacht werden kann. Man kann natürlich bei den Parkplätzen ein wenig tun. Die sind aber im Umfeld der Bahnstation Unterpurkersdorf beschränkt. Ernsthaft zu überlegen wäre daher während der Verdichtungszeiten ein Zubringerbus, der von und nach Unterpurkersdorf fährt, und auch Stadtteile wie Rechenfeld, Ziegelfeld oder Speichberg anfährt.

Besser zu lösen ist auch die Anbindung der regulären Busse an der Wienerstraße and die Station Unterpurkersdorf. Das ist jetzt einfach (zu) weit. Könnte aber etwa für Schnellbusse nach Gablitz grundsätzlich sehr attraktiv sein.

Es ist zu befürchten, dass das alles kaum überlegt worden ist, und es vor allem um vordergründige Effekte gegangen ist.

Erfahrungen aus den 90er Jahren zeigen nämlich folgendes: es gab schon einmal eine Periode mit einem ähnlichen Taktverkehr bis Unterpurkersdorf wie er jetzt kommt. Die Auslastung war jedoch insgesamt gering, sodass dies zum Anlass für eine neuerliche Einstellung genommen wurde. Jetzt ist zwar die Bevölkerung im Einzugsbereich von Unterpurkersdorf und Purkersdorf-Sanatorium größer, aber man muss sehen, dass etwa die Vorortelinie in Wien (bis vor kurzem) auch nur im Viertelstundentakt unterwegs ist, obwohl sie mitten im Großstadtgebiet noch viel mehr Einzugsbereich hat.

Grundsätzlich ist das Angebot der ÖBB natürlich ein sehr positiver Schritt; und es ist auch posItiv, wenn auch keine wirklich große Leistung, dass der Bürgermeister das akzeptiert hat.
Nun sollen zusammengefasst SOFORT folgende weitere Schritte erfolgen:
* Gesamtverkehrsplan
* Schaffung eines laufenden Zubringerbus nach Unterpurkersdorf
* Regelung für (neue) Parkplätze in Unterpurkersdorf
* Bessere Anbindung der regulären Busse an der Wienerstraße and die Station Unterpurkersdorf
* Verhandlungen für die Ausdehnung des Viertelstundentakts über Unterpurkersdorf hinaus
* Verhandlungen für die Ausdehnung des Viertelstundentakts über die Hauptverkehrszeiten hinaus