Wenn ?Gentlemen? schweigen: Warum sind ?Genussrechte? an Lenzing begehrt?

Lenzing gehört zu den „Goldgruben“ der österreichischen Industrie. Pro Beschäftigten wurde dort zuletzt ein Jahresgewinn von über 23000 ? (333 000 S) pro Beschäftigten erzielt. Wo kann ein „Kapital“ sonst so viel aus Beschäftigten herausholen? Nachvollziehbar, dass die „Genussrechte“ an Lenzing begehrt sind…

Durch den unrühmlichen Ausverkauf der Bank Austria an die HVB, und dann in der globalen Finanz-Nahrungkette weiter an die Uni Credit, sind auch die Unternehmen der Stiftung der Bank Austria zum Spielball des internationalen Finanzkapitals geworden. Vorgeblich war die Stiftung auch deswegen gegründet worden um genau das zu verhindern, spätenstens jetzt zeigt sich, dass das real wenig wirkt (In Wirklichkeit war und ist die Stiftung offenbar auch ein kaum kontrollierter Selbstbedienungsladen für Leute wie den früheren Bank-Austria Generaldirektor Randa und seine Nachfolger): Es kann das Eigentum an Lenzing aus der Stiftung zwar nur umständlich verkauft werden, aber die „Genussrechte“ können sehr wohl verkauft werden; und genau dieser Genuß ist es ja, was Leute mit Kapital interessiert. In diesem Fall ist genau das Konkurrenzkapital von Lenzing, der Birla-Konzern interessiert, und der kann durch Standorte in Entwicklungsländern noch viel höhere Gewinne erzielen, wenn er de facto den Marktanteil und die Technologie von Lenzing erwirbt. Die Gewinne sind ja auch deshalb so hoch, weil weltweit schon jetzt nur mehr wenig große Firmen am Markt sind, und dann wären es noch weniger.
Das wird zwar gerade alles von Uni Credit wieder dementiert, aber die dementieren ja auch, dass Uni Credit als Bank überhaupt irgendwelche Probleme hätte. Wie oft ist sowas von Banken in den letzten Wochen weltweit geleugnet worden, und einen Tag später existierte die Bank als selbständige Einheit nicht mehr.
Habe nun eine im Netz verfügbare Unterlage zu Lenzing und den Gewinnen dort durchgesehen. http://devisen.wallstreet-online.de/nachricht/2511373.html
Die Lenzing ist im Vergleich zur Glanzstoff, die keine AG ist, angehalten, zumindest einige Wirtschaftskennzahlen bekanntzugeben:
Vereinfacht: Seit einem Jahr hat Lenzing in ewa 140 Millionen ? (an die 2 Milliarden S!) gemacht. Lenzing hat weltweit an die 6000 Beschäftigte. Pro Beschäftigten ergibt sich daher ein Jahresgewinn von über 23000 ? (333 000 S) pro Beschäftigten. Der Gewinn ist übrigens NACH Abschreibungen (EBIT); vor Abschreibungen (EBITDA) sind es noch wesentlich mehr; und nach firmenoffiziellen Zahlen, in Wirklichkeit werden es wohl mehr sein, weil Firmen in der Regel Gewinne nur ausweisen, wenn sie sie nicht mehr irgendwie verstecken können.

Italienischer Notverkauf bedroht Lenzing AG „Oberösterreichische Nachrichten“, 9. 10.08
http://aktien-portal.at/shownews.html?id=16546&s=Lenzing-Italienischer-Notverkauf-bedroht-Lenzing-AG

ÖIAG soll Lenzing AG übernehmen http://ooe.kpoe.at/news/article.php/20081014113148218&&&

Jedenfalls wird da verständlich, warum bei solchen Genüssen „Gentlemen“ auffallend schweigen: ein süßer „Genuss“ für die, die die „Genussrechte“ haben; nicht unbedingt für die, die dafür Tag für Tag arbeiten, dass dieser Genuss möglich ist