Sollen die Bürgermeistergehälter um 50 % angehoben werden?

In Niederösterreich bereitet wird von Seiten der ÖVP die deutliche Erhöhung der Bürgermeistergehälter vorbereitet, und zwar um stolze 30-50 %. Die Begründung ist, dass sich angeblich immer weniger für eine solche Funktion zur Verfügung stellen.

Sicher dieses Problem mag bestehen. Doch das Amt des Bürgermeister allein so auf diese Weise aufzuwerten, hieße das Problem der Vergütung für gesellschaftliches Engagement zu eng zu sehen. Viele leisten Dienste an der Öffentlichkeit, die nicht nur nicht belohnt werden, sondern für die es sogar Nachteile gibt.
Dazu kommt, dass Bürgermeister bekanntlich nicht ganz zu unrecht oft als „Dorfkaiser“ auftreten; mit einer hohen Machtfülle ausgestattet, die sie oft auch bewusst ausnutzen. Wenn der Bürgermeister somit weiter aufgewertet wird, so müsste zumindest auch die Kontrolle professionalisiert werden. Denn diese ist – außer in den großen Städten – meist nur formal gegeben. Es gibt kaum eine interne Kontrolle; welcher Dorfkaiser möchte das ? Die Gemeinderäte im Kontrollausschuss sind meist bemüht, doch rein aus Zeitgründen kann nur selten eine effektive und nachhaltige Kontrolle ausgeübt werden.

Warum in Purkersdorf weniger Steuergelder für Bezüge verwendet werden.

In einer Wochenzeitung wurde übrigens geschrieben, dass Bürgermeister Mag. Schlögl monatlich monatlich auf 1.000,- Euro ? „verzichtet“. Hier dürfte offenbar nicht Zeit gewesen sein sich ordentlich zu informieren. Richtig ist, dass der Gemeinderat auf das frühere Betreiben von Liste Baum& Grüne sich im Rahmen der möglichen Bezüge für Gemeinderat und Bürgermeister am unteren Rand der Möglichkeiten bewegt. Von einem „Verzicht“ zu sprechen, ist daher etwas kühn. Es wäre angemessen gewesen, klarzustellen, auf wen es zurückzuführen ist, dass für Gemeindefunktionenratsbezüge wenig Steuergelder verwendet werden.