Schweizer-Franken-Kredite: bitte alles auf den Tisch Herr Bürgermeister!

Der Bürgermeister von Purkersdorf hat nun ganz persönlich groß im Amtsblatt geschrieben: „Purkersdorf hat nicht spekuliert!“. die Zahlen,die er dabei liefert, und auch der NÖn anvertraut, sind schwer nachvollziehbar

Sicher ist richtig, dass die Gemeinde wesentlich an Zinsen gespart hat. Sicher ist aber auch, dass mit dem Kursrisiko immer auch die Möglichkeit im Raum stand, dass bei einer Aufwertung des Franken die Schulden deutlich mehr werden. Beim Yen ist das jetzt ja auch passiert. Und der Franken hat sich jüngst auch nicht im Sinne der Gemeinde entwickelt. Nicht beruhigend halte ich die widersprüchlichen und unvollständigen Angaben des Bürgermeisters zu den Frankenkrediten. Ist es seriös nur die positiven Sachen bei diesen Krediten anzugeben, die Gefahren auszusparen? Und gerade angesichts der letzten Entwicklung finde die Amtsblatt-Aussage des Bürgermeisters, dass der Franken „schwankungsarm“ ist, zumindest für überholt.
Fakt ist leider, dass wir bei einem ungünstigen Franken-Kurs wie derzeit nicht gut aussteigen können; und wenn der Kurs wieder günstig wäre, dann heißt es: warum sollen wir aussteigen, wenn wir eh gut liegen?
Ich halte aber etwa das Szenario, dass der Dollar in den nächsten Jahren abstürzt, und der Franken als eine Art Sicherheitswährung weiter aufwertet, durchaus für denkbar. Natürlich wäre ein Ausstieg jetzt für die Gemeinde nicht günstig, aber wir sollten in der Gemeinde wirklich breit diskutieren, ob wir auf Dauer angesichts der Weltfinanzkrise dieses Risiko weiter eingehen wollen, oder bei wieder besserem Wind aussteigen sollten. Es geht um sehr viel und die Zukunft der Gemeinde.
Daher die Bitte an die Bürgermeisterpartei: bitte alle Daten auf den Tisch und bewerten wir die Franken-Kredite zusammen angesichts der neuen Lage!