Geringe Kriminalität – hohe Korruption

 Albanien ist in vielem nicht so leicht zu verstehen. Entgegen weitläufiger Meinungen ist die Kriminalität sehr gering. Und die Unsicherheit nicht viel anders als etwa in Österreich. – Die Nachrichtensendungen sind jedenfalls ausgeglichener als im Landesstudio NÖ

Höre nebenbei einen Al-Jazeera Bericht über ausufernde Kriminalität in Südafrika, und die Gemeinsamkeit zwischen Albanien und Südafrika ist immerhin, dass diese zwei Staaten Anfang der 90 Jahre einen totalen Bruch in der Entwicklung erlebten, aber wie eine Südafrikanerin ausführt, im Apartheid-Regime die Gewalt in den Ghettos schon lange alltäglich war?.da wäre sicher noch viel nachzufragen?.
Irgendwie dürfte sich Kriminalität – das wird auch von Albanern gesagt – ins Ausland verlagert haben. Sichtbares Zeichen davon sind die Phantasie-Nummerntafel auf Autos, oder es werden die Original-Autonummern (gestohlener Fahrzeuge) gar nicht abmontiert?

Andererseits zählt Albanien in diversen Rankings zu den Top-Ländern in Korruption. Irgendwie dürften diverse Zahlungen an Polizisten usw. also einfach dazugehören und einfach die Steuer ersetzen, und für Beamte auch das sehr geringe Einkommen (250 ?) aufbessern.

Das Fernsehen dürfte übrigens interessanterweise wesentlich ausgeglichener sein, als etwa das niederösterreichische Landesstudio (gut, das ist auch nicht so schwer). In Albanien wird jedenfalls ungeniert über ? Korruption in der Regierungspartei berichtet;sehr aktuell über den Schwiegersohn des Ministerpräsidenten.

Bemerkenswert ist auch die Verehrung, die Ex-Präsident Bush in diesem Land genießt. Es dürfte kaum andere Länder geben, wo er noch so geschätzt ist; das hängt mit der Kosovo-Politik der USA zusammen, aber irgendwie wieder nicht ganz erklärbar. Inn einigen Monaten soll

Albanien angeblich auch NATO-Mitglied werden. Warum es einen militärischen Pakt braucht, ist zwar unklar; denn ein e militärische Bedrohung ist nicht absehbar, aber wahrscheinlich fühlen sich dann einige Neureiche sicherer…

Für Mitteleuropäer gewöhnungsbedürftig ist, dass es wenig Adressen wie bei uns gibt. Da heißt die Adresse etwa „Haus nahe an der Kreuzung?.“. das hängt wiederum mit der erwähnten Abneigung gegen eine Datenerhebung zusammen; aber wie da eigentlich die Post funktioniert oder eindeutige Wahllisten erstellt werden, ist für unsereins nicht so einfach vorstellbar. – Im Mai sind übrigens Wahlen, und die „Sozialisten“ möchten wieder die Mehrheit?.