Mächtige wollen unter sich bleiben ? auch mit Gewalt

Eine Mischung aus Überforderung, Panik und bewusster Behinderung der Zivilgesellschaft
stört in Kopenhagen die Entwicklung einer Klimabewegung von unten, kann sie aber nicht verhindern.

Ein Hintergrund für die heutige Demo vor dem Konferenzentrum war, dass tausenden VertreterInnen von Nichtregierungsorganisationen und der UNO plötzlich die Zutrittsberechtigung aberkannt wurde, und auch die Halboffiziellen, die noch hineindurften, mussten stundenlang bei Minusgraden im Freien warten. Amerikanische Wissenschaftler erzählten, dass sie elf Stunden warten mussten, andere 5, Chinesen 3 Stunden. Angeblich wurde beim Eingang ein Sprechchor „global warming“ angestimmt. Das Ganze dürfte als Ursache eine Mischung aus Überforderung, Panik und bewusster Behinderung der Zivilgesellschaft haben.
Einem Beweggrund hierherzukommen wurde damit die Grundlage entzogen: von der letzten großen Klimakonferenz in Bali hatte ich gehört, dass dort tatsächlich Vertreter von Umweltorganisationen bzw. der Zivilgesellschaft den Verhandlungsverlauf etwas mitbestimmen konnten. Das soll aber hier offenbar – auch mit Gewalt verhindert werden. Ich werde daher nicht bis zum Schluss bleiben.

Bei der heutigen Demo waren trotz Schneetreiben und Kälte insgesamt an die 10000 Leute beteiligt; das Ziel „reclaim power“ wurde – fast wie zu erwarten – nicht erreicht. Die DemonstrantInnen kamen nicht ins Konferenzzentrum, und auch progressive Regierungsvertreter etwa aus Südamerika durften nicht herauskommen und zu den VertreterInnen der Zivilgesellschaft sprechen. Trotzdem war es ein gewisser Erfolg, denn die Polizei und wohl die dänische Regierung versuchten ja diese Demo im Keim zu ersticken. Schon am Vortrag verhafteten sie vermeintlich „Rädelsführer“, griffen immer wieder Leute heraus, an die 100 wurden wieder verhaftet. Dänen sagten mir, dass im Vergleich die deutsche Polizei viel korrekter sei (mich haben sie beim Hinfahren zweimal kontrolliert, leider auch mitten in der Nacht; sei´s drum). Die besondere Aggressivität der dänischen Polizei sei zunächst langjährigen Auseinandersetzungen mit Hausbesetzeren usw. geschuldet, aber letztlich ist die rechte Regierung (vergleichbar der früheren schwarz-blauen Regierung in Österreich) dahinter. Sowie ein Hund ja nichts dafür kann, wenn er beisst, sondern das Herrl dafür verantwortlich ist. Apropos die Polizei ging auch mit Hunden vor, neben Tränengas und Pfefferspray. Um die ganze Masse an Uniformieren aufzubringen, wird auch das Militär eingesetzt, ja es sollen sogar Reservisten mobilisiert worden sein.

Ein Kommentar zu „Mächtige wollen unter sich bleiben ? auch mit Gewalt

  1. An die Leser dieses blogs!
    Eines muss klar werden, mit Kapitalismus und vorallem dem Neoliberalismus ist die Klimakatastrophe nicht zu stoppen. Solange aus Kapital mehr Kapital gemacht werden muss, solange wird die Menschenwürde durch den Kapitalismus weiter verletzt und die Umwelt zerstört. Das Mandeville-Paradox ist als Lüge zu enttarnen, denn aus Eigennutz kann kein Gemeinwohl entstehen. Diese Dummheit sollte so bald wie möglich die Mehrheit der Bevölkerung erreichen. Diejenigen die für das Gemeinwohl verantwortlich sind, die Unternehmen, setzen Mitarbeiter frei, zerstören solidarische Sozialsysteme und zahlen kaum Steuern, weil sie legal oder illegal Mittel und Wege finden, diese Verpflichtung nicht einhalten zu müssen. Ca. 70.000 TNK`s kennen keine Regulierung, sie sind die Killer der Demokratie.
    Mit besorgten Grüßen
    Klaus Kucharz

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