Die ?Gewinne? des Bürgermeisters schmelzen wie Frühlingsschnee

Am Samstag schrieb die „Presse“ groß auf Seite 1:“Warten auf den großen Knall“; die „Financial Times“ gestern als Schlagzeile auf Seite 1: „Traders in record bet against the Euro“ und dann im Text: „The weight of the speculation against the Euro has never benn heavier“. Es tut sich wieder was. Ein Nebenschauplatz hat auch auf Purkersdorf beträchtliche Auswirkungen. Fallen uns jetzt die Franken-Kredite auf den Kopf?

Freitag, der 5. Feber war kein guter Tag für Purkersdorf. Allein an diesem Tag stieg der Schweizer Franken gegenüber dem Euro um ein halbes Prozent; dadurch erhöhte sich der Schuldenstand der Gemeinde (großteils in Franken) um ca. 150 000 Euro. In den letzten Monaten und vor allem in den letzten Wochen ist der Franken gegenüber dem Euro um ca. 5 % gestiegen; der Purkersdorfer Gemeindeschuldenstand erhöhte sich dadurch um rund 1,5 Millionen Euro. Natürlich kann der Frankenkurs wieder sinken, doch die Turbulenzen um den Euro durch Griechenland und andere Staaten deuten auch auf einen weiteren Anstieg des Frankens und somit auf die weitere Erhöhung der Schulden für Purkersdorf.
Dass hier großes Risiko besteht, ist seit Jahren durch wiederholte Warnungen der obersten Währungshüter in der Nationalbank vor Fremdwährungskrediten unterstrichen worden. Nicht umsonst hat die österreichische Nationalbank nun spätestens seit der Finanzkrise die Frankenkredite fast ganz abgestellt, weil die Risiken durch Währungsschwankungen einfach zu groß sind. Nur wenig Hartgesottene nahmen seither weiter Frankenkredite auf.
Die Empfehlung des Bundes ist: auf keinen Fall mehr als einige Prozent in Fremdwährungskrediten zu halten. Die Gemeinde Purkersdorf hält dagegen von den insgesamt ca. 40 Millionen Euro Schulden drei Viertel, oder ca. 30 Millionen in Franken und setzt damit sehr viel auf eine Karte.
Sicher gab es vor allem in den Jahren, als der Frankenkurs fiel, verständliche Argumente, die sich aus den niedrigeren Zinsen und eben der gefallenen Schuldenstände herleiteten. Die rosaroten Berichte über die Schweizer Franken Darlehen haben aber nicht die Risiken entsprechend berücksichtigt. Denn unsere Frankenkredite sind letztlich Spekulation mit öffentlichen Geldern.

In den Jahren nach 1999, nach den ersten Frankenkrediten in Purkersdorf, gab es durch die Kursentwicklung des Franken eine sehr ungünstige Entwicklung, später folgten durch den Frankenkurs und niedrigere Zinsen „Gewinne“ aus Sicht des Schildpürkersdorfer Meisters und seines Finanzmagiers. Eben Gewinne, wie sie im Kasino gemacht werden. Richtige Gewinne wären es nur, wenn man zu spielen aufgehört hätte. Hat man aber nicht.
Sollen wir jetzt aus den Frankenkrediten aussteigen? Eine ähnliche Frage stellt sich auch der Roulette-Spieler, der nach „Gewinnen“ ins Minus rutscht. Wenn er im „Plus“ steht, hört er nicht auf, weil er ja gewinnt. Wenn er im Minus steht, hört er nicht auf, weil er ja mit Verlust aussteigen würde. – Zumindest sollten wir jetzt daraus lernen, und zumindest beim nächsten guten Wind und für uns besseren Frankenkursen sollten wir jedenfalls nicht vermeintlich glauben „wieder gewonnen“, sondern kontrolliert aussteigen.

Wenn der Bürgermeister als Aufsichtsrat und Lobbyist für den Glücksspielkonzern Novomatic (z. B. Marke „Admiral“) am Glückspiel verdient, ist das einmal seine Sache. Wenn tausende Leute durch Glückspiel süchtig werden und in den Ruin getrieben werden, stellen sich schon Fragen. Wenn der Bürgermeister allerdings nicht mehr in der Lage sein sollte die öffentlichen Finanzen unserer Stadt aus dem Risiko herauszuführen, in das er es hineingeführt hat, dann wäre seine Zeit abgelaufen.

Ein Kommentar zu „Die ?Gewinne? des Bürgermeisters schmelzen wie Frühlingsschnee

  1. Wer hat denn den Schlögl 2x ermöglicht?
    Ein gewisser Baum und seine Kumpane!
    Auf die damaligen Mahner wurde nicht gehört. Aus der Partei sowie aus den Funktionen wurden sie entfernt. Zu Feierlichkeiten werden sie nicht eingeladen.

    Vielleicht sollte vor der Wahl die eine oder andere Wahrheit über die Liste Baum, Grün und so manchen Verquickungen der Bevölkerung nahe gebracht werden. Wählbar sind die jedenfalls nicht!

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