Hypo-NÖ ?topqualifiziert? Richtung Kärnten

„Topqualifiziert“ hat unser Herr Landeshauptmann unseren Herrn Bürgermeister Karl Schlögl gekennzeichnet, als dieser bereit war als Aufsichtsrat in die Hypo NÖ zu gehen – gegen den erklärten Willen der SP-NÖ. Die Hintergründe:

Unser angeblich sozialdemokratische Bürgermeister in Purkersdorf ließ große Plakate anbringen, auf denen stand, dass ihn der schwarze Landeshauptmann für „topqualifiziert“ hält. Er war sicher auch deswegen dort gern gesehen, weil alle bis zu diesem Zeitpunkt tätigen SP-Aufsichtsräte Ihre Funktion zurücklegten, nachdem sie nur mehr unzureichende Auskünfte bekommen hatten. Heute ist auch klarer, warum der Vorsitzende der SP-NÖ Leitner Schlögls Schritt gar nicht goutierte. Vor drei Wochen sind massive Bilanzfälschungen und seit neuestem sind windige Finanzspekulationen in der schwer vorstellbaren Höhe von 800 Millionen Euro in der Hypo-NÖ bekannt geworden. Medien und SPÖ-Niederösterreich sehen einen Zusammenhang mit Verlusten von ein Milliarde Euro bei der spekulativen Veranlagung von Wohnbaugeldern.
Jedenfalls ist die Hypo-NÖ mit diesen Dimensionen auf dem direkten Weg der Kärntner Hypo. Ein ähnlicher Filz aus Inkompetenz, Abcashern und Verschleierungskünstlern wird sichtbar. Die Finanzmarktaufsicht ist nun eingeschritten und die Staatanwaltschaft ermittelt. Die SPÖ-NÖ fordert inzwischen einen Untersuchungsausschuss zur Hypo-NÖ. Der Aufsichtsrat in der Hypo dürfte wohl doch nicht die beste Idee gewesen sein, wenngleich sich inwischen auch etliche einträgliche Gegengeschäfte des Landes etwa mit Firmen im Bereich des Bürgermeisters wie Novomatic ergeben haben dürften.

Der „Topqualifizierte“ hat dazu nicht mehr zu sagen, als dass das alles „schon vor seiner Zeit begonnen“ hat. Diese Floskel hört man heute von hochbezahlten Funktionsträgern so oft wie man liest: „Es gilt die Unschuldsvermutung.“ Letztlich sind dann die SteuerzahlerInnen „topqualifiziert“ die Zeche zu zahlen – wie eben in Kärnten. Das Land NÖ versucht nun verzweifelt, bis zur Gemeinderatswahl noch alles unter der Tuchent zu halten. Doch die Sache hat einen nun einen solchen Umfang angenommen, dass die vielen Tuchenten in NÖ auf Dauer nicht reichen werden.
Bleibt zu hoffen, dass der „Topqualifizierte“ zumindest mit den Währungsspekulationen der Gemeinde besser umgehen kann.