Ergebnis Wahl 2010: LIB&Grüne hält (hohes) Niveau

Gemeinderatswahl 2010 in Purkersdorf: Die Mandatstände sind gleichgeblieben. Liste Baum und &BGrüne sind nun besser für die Zeit nach dem Ortskaisertum aufgestellt.

Die Stimmanteile haben sich trotz wesentlich mehr Wahlberechtigten nur geringfügig geändert. Die Liste Baum &Grüne haben an die 100 Stimmen und um .3 %-Punkte mehr. Das bedeutet – wieder – vier Mandate im Gemeinderat und ein Mandat im Stadtrat.
Bemerkenswert ist am Wahlergebnis, dass der FPÖ genau eine Stimme zum Einzug in den Gemeinderat fehlte. Hätte die FPÖ eine Stimme mehr gehabt, hätte die Bürgermeisterpartei ein Mandat und damit die Zwei-Drittel-Mehrheit verloren.

Faktum ist, dass Liste Baum (&und Grüne) seit 1990 gegenüber Schlögl als direktem Konkurrenten noch nie ein besseres Ergebnis hatte. Nur 2000 als Frau Eripek Bürgermeisterin geworden war, war das Ergebnis besser. Auch der Vergleich zu anderen Parteien muss nicht gescheut werden. Während sich Liste Baum & Grüne seit 1990 deutlich aufwärts entwickelten, hält die VP bei einem Drittel der früheren Größe und verbrauchte dabei nicht weniger 8 Parteivorsitzende. Es ist offenbar nicht leicht gegen einen Populisten, der an den Schalthebeln voll den Gemeindeapparat für sich einsetzen kann, zu bestehen.
– Im einzelnen wird es sicher Überlegungen geben, manches noch besser zu machen, wenngleich dies an den Gesamtumständen nichts Fundamentales ändert.

Das das Wahlergebnis keine Änderungen brachte, führte außerhalb der Bürgermeisterpartei zu Enttäuschungen, da mit großem persönlichen Aufwand Alternativen angeboten worden sind, und das System des Schlögl-Dorfkaisertums offensichtlich in der Endphase ist. Im Gegensatz zum frühen und mittleren Dorfkaisertum gibt es kaum mehr die Bereitschaft Notwendiges grundlegend Neues zu verwirklichen (Der Ausspruch „I mecht a Rua“ charakterisiert dies passend), der zunehmende Filz mit einigen Abcashern, das imperiale Gehabe und die „Brot und Spiele“-Regel feiert fröhliche Urstände
Die wirtschaftliche Basis der Schlögl-Politik – die Schweizer Franken-Kredite verteuern sich über den Franken-Kurs derzeit täglich um einige 10000? – fragil ist wie sein ganzes Polit-System. Damit ist absehbar, dass nach einem Abtritt des „Dorfkaisers“ dieses schnell der Vergangenheit angehören wird. Und auch die vielen, die einen Ortskaiser wollen, weil ihnen der Eindruck vermittelt wurde, dass nicht Gemeindemittel, sonder der Kaiser selbst für Maßnahmen in ihrem Sinn wichtig sei, werden sich schnell neuorientieren, wie sie es getan haben, als Ende der 80er Jahre in Purkersdorf das schwarze Ortskaisertum beendet worden ist.

Für diese Nach-Kaiserzeit ist Liste Baum &Grüne durch diese Wahl nun besser „aufgestellt“:
· Neue Personen sind bekannt geworden. Neue AktivistInnen sind gekommen.
· Jugendliche sind in bisher nicht gekanntem Umfang bereit in unserem Rahmen aktiv zu werden.
· Werbemäßig wurden viele wichtige Themen aufbereitet, die zwar nicht wahlentscheidend waren, aber nun als Themen präsenter sind
· Wir haben durch den Betrieb des „Salettl“ – vor allem dank Sabine Aicher – den Nachweis geführt, dass jenseits massiv von Gemeindegeldern gestützten Megaevents auch ein vielfältiger Kleinkulturbetrieb möglich ist.
· Auch die Vortragsveranstaltungen waren ein Beitrag zur Diskussion aktueller und zentraler Themen.
· Nicht zuletzt haben wir trotz wirksamen Wahlkampfs erstmals nach Wahlen keine schulden, sondern ansehnliche Rücklagen für weitere Aktivitäten

Allen WählerInnen sei herzlich gedankt und auch allen Aktivistinnen – Sabine voran. Mit großem persönlichen Einsatz haben sie den Grundstein für eine positive Entwicklung in der Zukunft gelegt