Illegale Fällungen – Erinnerungen an Hainburg

Wieder einmal: Illegale Fällung von Bäumen in Purkersdorf. Nicht Zuständige, Zuständige abwesend, Zuständige wissend nichtwissend. – Schon lange wurde ich jedenfalls nicht mehr mit einer Kettensäge bedroht.

Am Mittwoch, den 21.7 rief mich eine besorgte Mitbewohnerin des Wohnblocks KaiserJosefstraße 57 an. Große Bäume würden vor ihrem Fenster gefällt,; der Bürgermeister meinte, dass sei nicht Sache der Gemeinde, sondern der Hausgemeinschaft. Gerade in Umzieharbeiten fuhr ich zum Ort des unerfreulichen Geschehens. Tatsächlich hatten Mitarbeiter der Tullner Firma eine bildschöne Birke schon umgeschnitten und machten sich an den nächsten Baum an der Ecke zum Roten Kreuz. Ich fragte den „Meister“ der Aktion, er meinte, er hätte einen Auftrag, aber leider nicht schriftlich. Da trotz Ankündigung eine schriftliche Beauftragung auch nicht gefaxt werden konnte, und da nach meinem Dafürhalten und auch nach der Meinung anderer inzwischen hellhörig gewordener HausbewohnerInnen eine Fällung der Bäume nie von der Hausgemeinschaft der EigentumswohnungsbesitzerInnen beschlossen wurde, blieb nichts anderes übrig als die Polizei zu rufen, um einmal die Vernichtungsaktion zu stoppen. Die Polizei kam auch bald, die Aktion wurde zumnächst gestoppt.

Der „Meister“ der Aktion wurde aggressiv. Schließlich erreichte der Polizist die Hausverwaltung. Dort war eine Person, die selbst sagte, dass sie nicht weiß, wo das alles ist, aber dass es einen Auftrag gäbe. Zunächst hieß es, dass die Bäume weg müssten, weil ein Gerüst entlang der Balkone aufgestellt würde; da die Bäume aber etliche Meter davon entfernt sind, und das nicht plausibel ist, wurde dann gesagt, sie müssten weg, weil genau dort ein Bauhütte für die Renovierung hinmüsste – obwohl es mehr als genug Platz dafür anderswo in der Anlage gibt. Das war aber für den Polizisten ausreichend um das Fällen weiter gewähren zu lassen. Inzwischen tauchten auch zwei Hausbewohner auf, die das Fällen begrüßten, weil die Bäume Laub verursachen. ( Das ist offenbar die einzige „Schuld“ der Bäume, denn sie haben ja sonst niemand was getan. Gerade jetzt im Sommer sorgen sie im Gegenteil gratis für etwas Schatten, schaffen gegenüber der Straße etwas Lärm- und Staubschutz und geben zusammen ein angenehmeres Mikroklima). Das einzige Argument, das ernst zu nehmen wäre, scheint mir darin gelegen, dass angeblich eine Person eine Birkenallergie hat. Wenn das stimmt, dann wäre es tatsächlich auch für mich ein wesentlicher Grund, aber entschuldigt nicht das illegale Überrumpeln, zumal für heuer laut Pollenkalender die Birkenallergiesaison schon länger vorbei ist. Es müsste in der nächsten Hausversammlung demokratisch entschieden werden.

Der „Meister“ der Aktion wurde nun immer aggressiver und versuchte mich mehrmals tätlich wegzudrängen. Er sprach von „Arbeitsplätzen“ usw., die die ich gefährde. Und drohte schließlich auch mit der Kettensäge gegen mich vorzugehen. Erinnerungen an Hainburg wurden wach. – Aber es macht keinen Sinn sich mit einem nicht wirklich Verantwortlichen anzulegen, der offenbar auch kein Begüterter ist.Für eine Aktion waren kurzfristig im Sommer auch kaum Leute zu mobilisieren, daher fotografierte ich den Tatplatz und beendete meinen Protest. Ich verwende meine Energie – ich bin empört – lieber zur Dokumentation und somit hoffentlich auch dafür, dass in Zukunft so etwas nicht mehr so leicht möglich ist. Ich habe es auch nicht für mich gemacht, ich persönlich wohne in der Anlage auf der anderen Seite, und auch nicht mehr lange. Der nächsten Hausversammlung schlage ich vor, dass diese illegale Aktion aufgeklärt wird, und auch, dass der Vertrag mit der aktuellen Hausverwaltung „Immobilienring“ auslaufen sollte, denn diese undemokratische Vorgangsweise ist für mich der bisherige Gipfel der Inkompetenz.

Gelernt dürfte bei dem auch mein Sohn Manuel, mit dem dem zum Ort der Tat eilte. Er verfolgte in einem gewissen Abstand alles und sagte mir nachher von sich, dass er andere informiert hätte, wenn mir was passiert wäre.