Rio: Groß-Demo für radikalen Wandel in der Umwelt- und Sozialpolitik

Eine riesige bunte Demo, bei der ich soviel gefilmt und fotografiert habe, dass die Batterie und die Karte aus ist.

Die RednerInnen, wie vor 33Jahren nach der sandinsistischen Revolution , als ich Lateinamerika war: man glaubt, sie bekommen unmittelbar einen Infarkt, und sie sind sicher lange heiser….. und irgendwie trotz des Ernstes der Lage ein Hauch von Karneval. Im folgenden ein Bericht von Hermann Dworczak

Bericht Hermann Dworczak

Gesendet: Mittwoch, 20. Juni 2012 22:49

RIO: GROSS-DEMO FUER RADIKALEN WANDEL IN DER UMWELT- UND SOZIALPOLITIK

Waehrend der offiziellen UNO- Konferenz Rio plus 20 ein nichtssagendes Abschlussdokument vorliegt, gingen Mittwoch nachmittag Tausende auf die Strasse, um fuer einen grundsaetzlichen Wandel in der Umwelt- und Sozialpolitik zu demonstrieren.

 Das Abschlussdokument der offiziellen UNO-Konferenz wird in den Medien als ¨sauberes Papier¨ gehandelt, weil es von allen Konkretisierungen ¨befreit¨ wurde und Praezisierungen erst ¨nach der oekonomischen Krise¨(sic!) vorgenommen werden sollen…

 Im Gegensatz zu solchen Wischi-Waschi-Positionen formierte sich ab 15h in der Avenida Rio Branco ein Demonstrationszug, der Punkt fuer Punkt die strittigen Fragen und moeglichen Loesungen anvisierte. So wurde die ehemalige Guerilla-Kaempferin und jetzige Praesidentin Brasiliens Dilma Rousseff daran erinnert, einem Gesetz, das eine weitere Verschlechterung der Sitaution des Regenwaldes vorsieht und das bereits im Parlament die Zustimung erhielt, auch in Zukuft mit einem Veto zu begegnen.

 Im starken Block der KP Brasilens (PD do B) bekam der ¨gruene Kapitalismus¨ sein Fett ab. Die zentrale Losung von Greenpaece lautete: ¨Fuer eine gerechte und gruene Welt¨. Kubanische GewerkschafterInnen waren ebenso auf der Demo, wie FeministInnen aus Argentinien. Eine brasilianische Samba-Formation (inklusive TaenzerInnen) sorgte fuer tolle Stimmung.

 Der absolute Hammer war jedoch ein Panzer aus Karton auf auf Raedern, der mit Tortillas vollgepflastert war. Dieser ¨Brot-Panzer¨ unterlief ironisch die Aspirationen der -internationalen- Ruestungs-Lobby und stellte ein Plaedoyer dar, die enormen Summen, die fuer Waffen ausgegeben werden, sinnvoll fuer Lebensmittel zu verwenden.

 Hermann Dworczak