NÖ: Der letzte große Sieg des Onkel-Systems

Das Onkel-System hat in NÖ mit allen möglichen und unmöglichen Methoden noch einmal gesiegt. Das Onkel-System funktioniert – das wird oft übersehen – auch noch mit einer durchaus geschickten Mobilisierung über die Bezirks-Kandidaten bis in kleine Dörfer. Aber vom Trend her ist es im Niedergang

und es spricht sehr vieles dafür, dass dieses patriarchalische System , das – zur Erinnerung nicht ganz zufällig – Leute wie den Herrn Strasser aus seinem Herzen hervorgebracht hat, auch nur irgendwie den komplexen Herausforderungen der Zukunft gewachsen sein wird, vor allem wenn der Ober-Onkel doch einmal abtritt. Das ist selbst in den Raiffeisenmedien deutlich gestanden. Früher oder später werden die ganzen Finanzspekulationen und -machinationen, die viel größer als in Salzburg, und denen in Kärnten vergleichbar sind, nicht mehr vernebelt werden können und auch rechtliche Nachspiele haben; und da könnte vieles aufbrechen. Und ein Zusammenbruch eines solchen Systems kann dann – siehe Kärnten – doch dann schnell gehen.

 Erfreulich ist zumindest, dass die Grünen Stimmen gewonnen haben.

Bedauerlich unter ihrem Wert abgeschnitten hat die Leitner-SP. Leitner hat sich bemüht eine eigene Linie zu finden, und wurde von Anfang an vom Onkel-System frontal kaltgestellt. Zu befürchten ist, dass nun diejenigen in der SP-NÖ, die ihre eigene Schäfchen ins Trockene bringen wollten und Leitner mehr oder weniger direkt in den Rücken gefallen sind, wie z. B. der Purkersdorfer Bürgermeister, nun eine angebiederte SP forcieren, die aber in NÖ noch weniger Zukunft haben wird. Wiederum zeigt Kärnten, dass Kaiser nach langem als erster SP-Chef, der nicht mehr mit dem Rechtspopulismus packelte, nun auch deutlich Erfolge hatte

 Bedauerlich ist, dass nicht wenige Stronach als Opposition wahrnehmen, obwohl das de facto durchaus ein ähnliches Onkel-System ist.

Auch in NÖ haben wir mit dem BZÖ nun schon 3 nennenswerte rechtspopulistische Gruppierungen. SP- und grüne haben zusammen nur mehr ca. 30 %. Die weitere linke Opposition dagegen nahe der Wahrnehmungsgrenze, wenngleich praktisch in allen Parteien bis zu zivilen und kirchlichen Kreisen durchaus linke Positionen mehr oder weniger bewusst vertreten sind. Es gibt in NÖ viel mehr Positives – für das man sich nicht schämen muss – als oft wahrgenommen wird. Alle diese Kräfte, die für mehr Gerechtigkeit und für eine umweltverträgliche Entwicklung eintreten, gälte es im Rahmen einer grün-linken Plattform zu sammeln. Ein erster Schritt dazu sollte eine sozialökologische Medien-Plattform sein, denn ein Grund für das Durchkommen des Onkel-Systems ist das Quasi-Monopol der Onkel-Medien.

 Wie das Onkelsystem funktioniert, dazu gab es übrigens in der WE der bürgerlichen Presse eine schöne Beschreibung (danke Christian für den Hinweis): Niederösterreich: Des Fürsten braves Volk

http://diepresse.com/home/politik/noewahl/1351154/Niederoesterreich_Des-Fuersten-braves-Volk?_vl_backlink=/home/politik/noewahl/index.do