Heute vor 75 Jahren: Urgrossvater und Grossvater eingesperrt

Meine Großmutter väterlicherseits erzählte es mir oft: Gleichzeitig mit dem Einmarsch der Nazi-Armee kam in der früh um 4 h ein Lastwagen vor das Haus in Pixendorf (Bezirk Tulln) – Um diese Uhrzeit wurden früher oft die Schweine abgeholt

(damit sie vor der Schlachtung nicht angefüttert sind). Auf den Lastwagen wurden nicht Schweine, sondern die Gegner der Nazis gepfercht. Opa musste jedenfalls mit, und die Familie weinte, wie sie es schon am Abend des Vortags getan hatte, als Schuschnigg trotz gegenteiliger Ankündigungen vor dem Nazi-Terror kapitulierte, und das Bundesheer noch immer zum Verteidigungskampf bereit gewesen wäre. Auf dem Lastwagen war auch der Urgroßvater mütterlichseits, er war Bürgermeister gewesen. Das Aufsichtspersonal dabei waren örtlich bekannte SA-Männer, die Anweisungen kamen von der Gestapo, die in Österreich schon vor der Aggression eingedrungen war und Listen von den Einzusperrenden verbreiteten.

Demnächst: wie es weiter ging?.