Hitze drückt auf Gemüt: Bürgermeister wollen eine neue Autobahnabfahrt

Hitze drückt auf Gemüt: Purkersdorfer und Pressbaumer Bürgermeister wollen eine neue Autobahnabfahrt unmittelbar nahe einem Kerngebiet des Biosphärenparks Wienerwald beim Heimbautal und stellen dafür Milchbubenrechnungen auf.

Heute im Standard gibt es einen Artikel: ‚Wachsende Verkehrsprobleme im Wiener Speckgürtel‘ http://derstandard.at/2000003503563/Wachsende-Verkehrsprobleme-im-Speckguertel

Die Bürgermeister von Purkersdorf und Pressbaum haben in der Sommerhitze eine alte Idee aufgewärmt: eine neue Autobahnabfahrt.

Es wird behauptet, dass“ nach Erhebungen des Landes eine neue A1-Auffahrt dort den Verkehr durch Purkersdorf halbieren (minus 5900 Fahrzeuge pro Tag) würde“. Diese Zahlen sind Annahmen der autozentrierten NÖ-Verkehrsplanung, die ziemlich übertrieben sind, und vor allem den dynamischen Aspekt nicht betrachten: neue Straßen schaffen zusätzlichen Verkehr.

 Am Ende des malerischen Purkersdorfer Dombachtals müsste dazu in unmittelbarer Nähe zum Kerngebiet des Biosphärenparks eine neue Ausfahrt errichtet werden bzw. die bestehende Betriebsabfahrt wesentlich vergrößert werden, denn die bestehende Betriebsabfahrt dürfte die Vorgaben für Radien und Breite nicht erfüllen. Darüberhinaus würde das dem Ziel eines nachhaltigen Verkehrs in der Biosphärenregion völlig widersprechen.

Es soll daran erinnert werden, dass in den 50er und 60er Jahren Planungen gab, dass genau von der jetzt von Bürgermeistern ins Auge gefassten Ausfahrt beginnend durch das Dombachtal eine Westumfahrung von Wien quer durch den Wienerwald bis Klosterneuburg gebaut werden sollte, und das aber aufgrund von Widerstand verhindert wurde.

 „Ein Ausbau des öffentlichen Verkehrs sei freilich auch ein Ziel“ wird der Purkersdorfer Bürgermeister zitiert. Es wäre im Sinne der Lebensqualität und auch einer Umwelt- und Klimapolitik, wenn der Ausbau des öffentlichen Verkehrs nicht nur „auch“ ein Ziel wäre, sondern das Hauptziel. Es wäre viel besser, wenn die Bürgermeister ihre sommerliche Energie dahingehend kanalisieren, dass sie z. B. Zubringer zur Bahn effizient machen, Elektromobilität für den Bahnzubringerverkehr forcieren und dafür Parkplätze bei den Bahnstationen schaffen. Vorbild könnte z. B. der neugeschaffene Bus von Liesing her nach Pressbaum sein.

 Vernünftig ist die Bürgermeisterin von Wolfsgraben Claudia Bock (VP), sie will keine neue Autobahnauffahrt. Ihre Begründung ist, dass Wolfsgraben mehr Verkehr drohen würde. Eine

Kosten-Nutzen-Rechnung dafür sei nicht positiv ausgefallen.

 Diese Pläne werden nicht zum ersten Mal ventiliert, schliefen aber erfreulicherweise immer wieder ein. Letztlich ist zu hoffen, dass nur die momentane Hitze und die Saure-Gurken-Zeit Grund für den famosen Vorstoß ist, und das Herbstwetter Hitzköpfe wieder abkühlen wird.