Warum die Grotesken um das Heer Schwejksche Dimensionen erreicht haben

Warum hat die Sparpolitik der Regierung beim Heer so groteske Effekte? Da sollen bekanntlich Sprit für Truppenübungen oder einfache Reparaturen nicht mehr möglich sein. Immerhin umfasst aber das Heeresbudget rund 2 Milliarden ?. Der Punkt ist

und das wurde bei der Abstimmung zum Wehrdienst schon ausgeklammert, dass wir immer schon ein Berufsheer hatten, das zusätzlich eine mehr oder eher weniger große Wehrpflichtigen- bzw. Milizkomponente hatte und hat. In Geld heißt das, dass der allergrößte Teil dieser 2 Milliarden für den Berufskader verwendet wird. Die Struktur dieses Kaders ist einerseits aus überholten Konzepten entstanden (Panzerarmee) und nun auch biologisch gereift. Es ist nun keineswegs die Verantwortung dieser tausenden Unteroffiziere, die nur teilweise einer zweck mäßigen Beschäftigung nachgehen können; es ist die Verantwortung der Politik, die jahrzehntelang keine echten Reformen angegangen is

Faktum ist, der verfassungsmäßige Auftrag für die milizartige Organisation der Landesverteidigung wird so nicht erfüllt. Fakt ist auch, dass für den verfassungsmäßigen Auftrag einer milizartigen Organisation der Landesverteidigung der bestehende Umfang des Kaders viel zu groß ist und Mittel für Ausbildung der Wehrpflichtigen und die Miliz umgeschichtet werden müssen. Und klar ist, dass es ohne sozial abgefederte Umschulungsprogamme in neue Verwendungen wie etwa im Bereich Umweltsicherheit nicht gehen kann. Diese einfache Wahrheit traut sich aber niemand sagen, und so wird weiter gewurschtelt.

Und so bedarf es keines prophetischen Gespürs, dass der Reformplan des Ministers – der für morgen angekündigt ist – wahrscheinlich einfach alles etwas reduziert, aber an der falschen Grundkonstruktion nichts wirklich geändert werden wird.