Zum Bilderbuchdenken von US-Think-Tanks zu Ostasien

Am Samstag (11.10.2014) gab es im „Standard“ einen ganzseitigen Kommentar „Erfreuliche-Nachrichten-aus-Fernost“: http://derstandard.at/2000006699270/Erfreuliche-Nachrichten-aus-Fernost. Zu diesem Bilderbuchdenken von US-Think-Tanks hab ich einen kurzen Leserbrief geschrieben, der am 14.10 kommen soll:

Ian Bremmer suggeriert, dass die „Abenomics“ Japan wirtschaftlich nach vorn bringen wird. Faktum ist, dass nach einigem Strohfeuer keine signifikante Änderung zu beobachten ist. Faktum ist auch, dass Abe in Umfragen drastisch an Vertrauen verloren hat. Ian Bremmer vergisst eine fundamentale Politikänderung zu erwähnen. Weil Abe die direkte militärpolitische Strategieänderung weg von defensiven Selbstverteidigungskräften mit einer Verfassungsänderung nicht durchbrachte, wurde die Verfassung nun offiziell – im Einverständnis mit den USA im geplanten Sinn – nun anders interpretiert (wir kennen das ja in Österreich mit der Neutralität). Das passt natürlich nicht in „erfreuliche Nachrichten aus Fernost“ passen, die „Stabilität“ bringen würden“, ist aber eine der beunruhigendsten Entscheidung in Ostasien. Schließlich ist die Einschätzung , dass im Vergleich mit Modis Politik in Indien sowie mit Abe in Japan ausgerechnet die (Antikorruptions-)Agenda von Xi in China am ehesten scheitern wird, vielleicht der Wunsch eines US-Thinktanks, kann aber durch ernsthafte Analyse nicht belegt werden (das angeführte Beispiel Hongkong ist kein Beleg dafür)