36 FRAGEN ZUR VERBAUUNG FREIWERDENDER GRÜNDE auf dem BISHERIGEN ÖBB-AREAL IN UNTERPURKERSDORF

Auf Grund der vielen Ungereimtheiten zu Unterpurkersdorf schickte ich im Jänner folgenden Brief an die Stadtamtsdirektorin bzw an die ÖBB:

Stadtrat Dr. Dr. Josef Baum, langjähriger Mitarbeiter des ÖIR (Österreichisches Institut für Raumplanung

„Bei der Präsentation der Planungsstudie des Büro Pfeils zur Verbauung freiwerdender Gründe auf dem bisherigen ÖBB-Areal wurde mitgeteilt, das schriftlich Fragen an die ÖBB bis 31.1.21 gestellt werden können. In diesem Sinn möchte ich der Verpflichtung als Gemeindevertreter das Gemeinwohl im Auge zu haben, nachkommen, für die Möglichkeit Fragen zu stellen danken, und ersuche im Folgenden um Antworten:

1. Die vorliegende Studie des Büro Pfeil ist eine Möglichkeit zur Verbauung freiwerdender Gründe auf dem bisherigen ÖBB-Areal. Da es zweckmäßig ist, bei so einer – aus Sicht der Gemeinde Purkersdorf weitreichenden – Entscheidung aus Optionen auswählen zu können, stellt sich die Frage, welche weiteren Optionen wie erarbeitet werden.

2. Ist es nicht naheliegend, dass nur bei Vorliegen verschiedener sinnvoller Möglichkeiten der Bebauung, diese gegeneinander abgewogen werden können, und dann eine rationale Entscheidung stattfinden kann?

3. Gibt es Grundlagen, welche wichtigen Infrastrukturreinrichtungen auf dem bisherigen ÖBB-Areal zweckmäßig und möglich wären, da in Purkersdorf die Wohnbevölkerung wesentlich schneller angestiegen ist, als der dafür notwendige Infrastrukturausbau entwickelt wurde?

4. Gibt es eine oder mehrere Zieldefinitionen, welche Funktionen eine Verbauung auf Flächen des bisherigen ÖBB-Areals haben soll?

5. Was spricht dagegen, dass die ÖBB – ev. Zusammen mit der Gem. Purkersdorf – einen WETTBEWERB ausschreiben, um zu einer optimalen Lösung und einem qualitativen Bauen zu kommen?

6. Wäre es nicht naheliegend, dass die vorliegende Studie vom Büro Pfeil als technische Grundlage für die Ausschreibung eines Wettbewerbs dient?

7. Was spricht dafür und dagegen das bisherige Bahnhofsgebäude zu erhalten?

8. Warum sollen – östlich des bisherigen Bahnhofsgebäudes -auf ca. 5000 m2 hauptsächlich nur einfache Parkplätze entstehen?

9. Gibt es verkehrsanalytische und klimapolitische Begründungen für vorgeseheneP&R-Parkplätze auf ca. 5000 m2 ?

10. Was spricht dagegen dieses für Parkplätze auf ca. 5000 m2 vorgesehene Areal ebenfalls für eine Bebauung einzubeziehen und etwaige Parkplätze (P&R) unterirdisch zu erstellen?

11. Wurde bezüglich freiwerdender Gründe auf dem bisherigen ÖBB-Areal auch ein (zunächst mehrjähriges) Abwarten für eine Umwidmung und Verbauung als Option betrachtet, wenn derzeit keine optimale Lösung gefunden wird?

12. Wurde die Dutzenden Ideen aus dem großen Projekt der TU für Konzepte zur Verbauung von Teilen des Bahnhofs Unterpurkersdorf aus den 00er Jahren zumindest grob geprüft?

13. Gibt es für die ÖBB Vorgaben und/oder Schätzungen bezüglich Erlösen bezüglich des Verkauf freiwerdender Gründe?

14. Was spricht dagegen, dass auf den freiwerdenden Gründe, wenn es dort zu einem Wohnbau kommt, grundsätzlich NUR sozialer Wohnbau realisiert wird?

15. Wieviel beträgt die Wohnfläche bzw. Kubatur insgesamt nach der Studie Pfeil?

16. Wieviel Wohnbevölkerung wäre damit absehbar, falls die Wohnungen nicht nur als Anlageobjekte aufgefasst werden?

17. Gibt es alternative Überlegungen zu Gebäudehöhen?

18. Was spricht dagegen, dass auf den freiwerdenden Gründe nur sozialökologisch vorbildliches Bauen realisiert wird?

19. Was spricht dagegen, dass auf den freiwerdenden Gründen autoloses Wohnen realisiert wird, zumal die innerstädtische und regionale Anbindung dort optimal ist und die Ersparnis einer Tiefgarage Wohnungen bzw. Bauten insgesamt deutlich günstiger machen würde?

20. Welchen Möglichkeiten einer konsequenteren Sonnenorientierung wurden im Rahmen der vorliegenden Studie des Büro Pfeil zur Verbauung freiwerdender Gründe auf dem bisherigen ÖBB-Areal wurden geprüft?

21. Wie sieht dabei die Energieversorgung nach bei der Pfeil-Studie aus? Sollte sie in Zeiten der Klimapolitik nicht ohne Gas auskommen?

22. Ich habe bei der Präsentation eingebracht, dass das Gebiet zumindest als SCHULSTANDORT geprüft werden sollte. Das wurde formell angenommen, wer prüft das nun bis wann?

23. Warum haben die ÖBB die Pfeil-Studie als Bebauungskonzept für das Gelände des Bahnhofs Unterpurkersdorf der Öffentlichkeit in einer Form vorgestellt, dass der Eindruck aufkam, als ob die Sache gelaufen sei? (https://presse.oebb.at/…/20210113-entwicklung-eines…

24. Werden damit – und wenn keine weitere Optionen ausreichend geprüft werden – real Fakten geschaffen?

25. Wann kommt es zu einer echten Information und Partizipation für BürgerInnen? Warum gab es diese bisher nicht?

26. Es besteht zwar nun die Möglichkeit für Gemeindevertreter schriftliche Fragen zu stellen. Wird die Beantwortung der Fragen aussagekräftiger sein als jene zum Bahnhofumbau selbst zuletzt?

27. Warum wurde die Studie „Nutzungspotenziale für das ÖBB Entwicklungsareal am Bahnhof Unter-Purkersdorf“ (von der Firma ConPlusUltra), die mit Juni 2020 datiert ist, Gemeindevertretern – auf meinen wiederholten Vorschlag hin – erst 2021 zur Verfügung gestellt?

28. Gab es eine Rohfassung dieser Studie, die einzelnen Gemeindevertreter offenbar schon 2019 vorlag, da im Gemeinderat im Juni 2019 berichtet wurde, dass eine Solche Studie vorläge? Und wenn ja, warum wurde sie nicht dem gesamten Gemeinderat übermittelt?

29. Könnte die – jedenfalls lange – Nicht-Weitergabe dieser Studie damit zusammenhängen, dass die einzige konkrete Aussage in dieser Studie „Nutzungspotenziale für das ÖBB Entwicklungsareal am Bahnhof Unter-Purkersdorf“ die ist, dass dort freifinanzierte profitable und teure Wohnungen gebaut werden sollen?

30. In der Studie „Nutzungspotenziale für das ÖBB Entwicklungsareal am Bahnhof Unter-Purkersdorf“ (das Dokument umfasst samt Bildern nur etwa 10 Seiten – wird eine Analyse der Bevölkerungsentwicklung gemacht, die darauf hinausläuft, dass es in Purkersdorf keinen Bevölkerungszuwachs mehr geben würde, sondern einen Bevölkerungsrückgang. Diese Meinung stützt sich auf eine ÖROK-Publikation. Daraus – und das ist die ZENTRALE AUSSAGE – wird für die Gründe am Bahnhof Unterpurkersdorf abgeleitet: „Es bietet sich die Umsetzung eines klassischen freifinanzierten Wohnbauprojekts an“.

Die Frage ist: FÜR WEN bietet sich freifinanzierter Wohnbau an? Könnten dahinter materielle Interessen stehen?

31. Da die vordergründige Begründung, warum sich nicht geförderter, sondern freifinanzierter Wohnbau „anbietet“ in der Bevölkerungsanalyse liegt, ist eine nähere Befassung damit sinnvoll. Hat die Verfasserin der Studie, die laut Firmen-Website aus dem Bereich „Wirtschaft und Innovation“ kommt, auch Kompetenzen im Bereich Analyse der Bevölkerungsentwicklung?

32. Wieviel wurde für die Studie „Nutzungspotenziale für das ÖBB Entwicklungsareal am Bahnhof Unter-Purkersdorf“ bezahlt? Gab es auch andere Anbotseinholungen?

33. Wurde analysiert, warum es (ausser in Purkersdorf) im gesamten Großraum Wien (inkl. Speckgürtel) in Zukunft weiter Bevölkerungszunahmen geben soll, aber ausgerechnet in der Region Purkersdorf (dem früheren Gerichtsbezirk) nicht? Wurde geprüft, ob diese merkwürdige Aussage etwa nur durch eine mangelhafte Vorgangsweise bei der Übernahme der Daten von Purkersdorf in den Bezirk St. Pölten Land oder durch sonstige Datenproblemen zustandegekommen ist?

34. Derzeit gibt es in Purkersdorf Pläne für 6 größere großvolumige Bauten mit (freifinanziertem Wohnbau), die wahrscheinlich nach Ende des Baustopps in irgendeiner Form realisiert werden. Würde nicht allein dadurch ein Bevölkerungszuwachs begründet?

35. Wurde analysiert, warum es in der genannten ÖROK-Studie einen eklatanten Widerspruch zur ÖROK-Bevölkerungsprognose 2014 gibt, wonach es darin für den gesamten Großraum Wien (und auch für die Region Purkersdorf) in Zukunft weiter signifikante Bevölkerungszunahmen geben wird? Wird damit der Schlussfolgerung der Studie bezüglich der Zweckmäßigkeit von frei finanziertem Wohnbau in Unterpurkersdorf der Boden entzogen?

36. Wie ist die Schlussfolgerung der Studie „Es bietet sich die Umsetzung eines klassischen freifinanzierten Wohnbauprojekts an“ damit in Einklang zu bringen, dass es derzeit – wie erwähnt – in Purkersdorf Pläne für 6 größere großvolumige Bauten mit freifinanziertem Wohnbau gibt, die wahrscheinlich nach Ende des Baustopps in irgendeiner Form realisiert werden, und die den Bedarf für teure Wohnungen für einige Zeit abdecken würden; und gleichzeitig keine Bauprojekte mit gefördertem leistbarem Wohnraum absehbar ist?

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